Urteil Ex-Terroristin Klump muss zwölf Jahre hinter Gitter

Das Oberlandesgericht Stuttgart hat die ehemalige Linksterroristin Andrea Klump zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt. Nach Überzeugung des Gerichts wusste sie von einem Anschlag auf einen Reisebus mit jüdischen Auswanderern im Dezember 1991 in Budapest. Sie unterstützte ihren Lebensgefährten, der das Attentat verübte.


Ex-Terroristin Andrea Klump: Zwölf Jahre Freiheitsstrafe
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Ex-Terroristin Andrea Klump: Zwölf Jahre Freiheitsstrafe

Stuttgart - Das Gericht sprach Andrea Klump der Beihilfe zum versuchten Mord in 32 Fällen schuldig und verhängte eine Gesamtfreiheitsstrafe von zwölf Jahren. Damit entsprach das Gericht dem Antrag der Bundesanwaltschaft.

In die Strafe wurde eine frühere Verurteilung zu neun Jahren Haft wegen eines versuchten Anschlages auf einen Nato-Stützpunkt im spanischen Rota im Jahr 1988 mit einbezogen. Die Verteidigung hatte keinen konkreten Strafantrag gestellt, aber eine geringere Strafe als die Anklagebehörde gefordert.

Klump bestritt jede Beteiligung an dem Anschlag, räumte aber ein, dass sie davon gewusst habe. Sie hatte ihren ehemaligen Lebensgefährten nach eigener Aussage unterstützt, indem sie ihm den Haushalt geführt, Wohnungen angemietet und Zugverbindungen recherchiert hatte.

Bei dem Anschlag in Budapest waren sechs Menschen verletzt worden. Die ferngezündete Bombe war wenige Sekunden zu früh detoniert. Deshalb war nicht der Bus der Auswanderer, sondern ein vorausfahrendes Begleitfahrzeug der ungarischen Polizei getroffen worden. Zwei Polizisten erlitten schwerste Verletzungen, vier Businsassen wurden leicht verletzt. Verantwortlich für die Tat war Klumps Lebensgefährte Horst Ludwig Meyer.

Die heute 47 Jahre alte Klump war 1999 in Wien verhaftet worden. Horst Ludwig Meyer wurde bei der Festnahme von der Polizei erschossen. Klump wurde anschließend nach Deutschland ausgeliefert und dann 2001 wegen des misslungenen Sprengstoffanschlags in Rota verurteilt. In diesem Prozess war der Vorwurf der Mitgliedschaft in der Roten-Armee-Fraktion fallen gelassen worden. Klump selbst hatte eine RAF-Mitgliedschaft stets bestritten.



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