US-Bundesstaat Utah: Gesetz erklärt Schusswaffe zum Wahrzeichen

US-Bundesstaaten sammeln Symbole - vom Baum bis zum Vogel. Doch in Utah ist man einen Schritt weitergegangen: Dort ergänzt jetzt die Browning M1911 das Wahrzeichenarsenal.

Utahs Gouverneur Gary R. Herbert: Browning M1911 bekommt Symbolwert Zur Großansicht
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Utahs Gouverneur Gary R. Herbert: Browning M1911 bekommt Symbolwert

In den US-Bundesstaaten herrscht eine gewisse Sammelleidenschaft, wenn es um Wahrzeichen geht: Dort wachsen offizielle Staatsbäume, fliegen Staatsvögel, es hüpfen Staatsamphibien und auch vor Staatskochgeschirr machen manche nicht Halt.

Utah schmückt sich unter anderem mit dem Wapiti als Bundesstaatstier, der Zwiebel als Staatsgemüse und dem Square Dance als Volkstanz - bis vor kurzem kam der Staat auf insgesamt 23 offizielle Symbole.

Einigen Abgeordneten reichte die bunte Liste jedoch nicht. Sie brachten einen Gesetzesentwurf durch, der die Browning M1911 jetzt zur offiziellen Staatsschusswaffe macht. Selbst im waffenverliebten Amerika ist das eine Neuheit. Kritiker beschweren sich, wie man etwa nach dem Attentat, bei dem auch die Kongressabgeordnete Gabrielle Giffords schwer verletzt wurde, eine Waffe derart verherrlichen kann.

"Das umfasst einen Teil der Geschichte Utahs", sagte der republikanische Abgeordnete Carl Wimmer der Nachrichtenagentur Reuters. Der ehemalige Polizist hat den Gesetzesentwurf gefördert. Die halbautomatische Pistole wurde von dem in Utah geborenen Waffenkonstrukteur John M. Browning in Ogden entwickelt. Vor 100 Jahren hat sie US-Militär erstmals eingesetzt - daher der Modellname: "M" für Militär, "1911" für das Jahr, in dem die Waffe zur Standardausrüstung wurde.

Wimmer sagte, die Bewohner von Utah könnten stolz darauf sein, dass die Schusswaffe von Browning seitdem rund um die Welt zum Einsatz gekommen ist.

Utah ist zwar der erste US-Bundesstaat mit einer offiziellen Schusswaffe im Wahrzeichenarsenal, allerdings könnte sich das laut Wimmer bald ändern. Arizona plane das gleiche mit dem Colt-Revolver - um ihr Western-Erbe zu ehren. Und laut CNN hat Pennsylvania schon länger eine Lieblingswaffe im Visier, was Wimmer überhaupt auf die Idee für den eigenen Gesetzesentwurf brachte.

Die Entscheidung, eine Pistole in die Reihe der Staatswahrzeichen aufzunehmen, erntet auch Kritik. Der demokratische Abgeordnete Brian King, sprach sich in Utah klar dagegen aus. Staatssymbole sollte vereinend wirken und nicht trennend - und die Waffe sei ganz klar etwas, das für Uneinigkeit sorge. Wenn man John Browning ehren wolle, hätte man eine Statue aufstellen können.

wbr/Reuters

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insgesamt 21 Beiträge
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1. Man muss ja nicht unbedingt provozieren
aceofspade 19.03.2011
Zitat von sysopUS-Bundesstaaten sammeln Symbole - vom Baum bis zum Vogel. Doch in Utah ist man jetzt einen Schritt weitergegangen: Dort ergänzt jetzt die Browning M1911 das Wahrzeichenarsenal. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,752003,00.html
Vor einigen Jahren war ich zum Gleitschirmfliegen in der Salt Lake City Area auf der Suche nach einem befliegbaren Berg. Nach der Besteigung eines geeigneten Berges fing es ueberall an zu knallen. Stellte sich raus, die Ecke war eine legale, aber unregulierte Shooting Range in der Wueste. Das war sogar mir als Inhaber einer Texas Concealed Handgun License ein bisschen viel.
2. Tittel
Michael-Kreuzberg 19.03.2011
Tolle Idee mit dem neuen Saatssymbol, aber leider nicht ganz vollständig. Man sollte das Symbol der Browning noch mit einer sich verändernden Zahl ergänzen. Die Anzahl der Weltweit erschossenen Menschen sollte noch hinzugefügt werden, damit man sich über die Effektivität der amerikanischen Waffentechnik gleich überzeugen kann. Da kommt dann sicher noch mehr stolz der "Utah"raner auf. So nach dem Motto: "Boahhh, schon 2,560.768 Menschen durch Browning Pistolen erschossen. Klasse." Die haben echt ne Macke, die Amis.
3. Ein weiterer Grund ....
Ludwigsburger 19.03.2011
... keinen weiteren Urlaub in den USA zu machen. Das Land ist ja echt fantastisch, aber die Einwohner? Himmel hilf!!
4. Titel im Duett
Bins 19.03.2011
Zitat von Ludwigsburger... keinen weiteren Urlaub in den USA zu machen. Das Land ist ja echt fantastisch, aber die Einwohner? Himmel hilf!!
Vor Jahren wurde meinen Verwandten aus den USA bei einer Urlaubsreise nach Deutschland, von Freunden nahegelegt, doch nicht zu fahren, da man in Deutschland bereits am Flughafen von Rechtsradikalen belästigt werde.
5. -
semper fi 19.03.2011
Zitat von BinsVor Jahren wurde meinen Verwandten aus den USA bei einer Urlaubsreise nach Deutschland, von Freunden nahegelegt, doch nicht zu fahren, da man in Deutschland bereits am Flughafen von Rechtsradikalen belästigt werde.
Das ist sicherlich so (un)wahrhaftig, wie die deutsche Befürchtung, dass der Einreisende in - sagen wir 'mal - Chicago gleich nach der Ankunft einen Waffe unter die Nase gehalten bekommt. Bescheuert ist bescheuert - vollkommen unabhängig von der Nationalität.
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