US-Gericht: Chef muss Anti-Baby-Pille bezahlen

Zum ersten Mal hat in den USA ein Gericht angeordnet, dass ein Arbeitgeber für die Verhütungsmittel der weiblichen Angestellten aufkommen muss.

Seattle - Die von amerikanischen Frauenverbänden gefeierte Entscheidung betrifft eine Drogerie-Kette mit Sitz in Seattle im Bundesstaat Washington. Experten gehen davon aus, dass der Gerichtsbeschluss es auch Frauen bei anderen Unternehmen erleichtern wird, die Kostenerstattung für Verhütungsmittel zu erreichen.

Die Familienplanungs-Organisation Planned Parenthood hatte die Kette "Bartell Drug" im Namen einer Apothekerin bei einem Bundesgericht in Seattle verklagt. Die 27-jährige Jennifer Erickson machte in der Sammelklage geltend, dass im Angestellten- Versicherungsplan des Drogerieunternehmens Verhütung für Männer wie etwa Sterilisation finanziell abgedeckt sei. Auch für Potenzmittel wie Viagra werde bezahlt. Frauen müssten dagegen für ihre Anti-Baby- Pille oder auch Spirale selbst aufkommen. Das sei ein Verstoß gegen den Grundsatz der Gleichheit beider Geschlechter.

Das Gericht gab der Klägerin recht und befand, es handele sich tatsächlich um eine unzulässige Diskriminierung. Frauenverbände sprachen von einem wichtigen Sieg im Kampf für Gleichberechtigung im Gesundheitswesen. Weiblichen Bundesangestellten steht das Recht auf Kostenerstattung für Verhütung schon seit 1998 zu.

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