Washington - Ein Kampfjet der US-Marine ist kurz nach seinem Start mitten in ein Wohngebiet im US-Staat Virginia gestürzt. Das zweisitzige Flugzeug vom Typ F-18D schlug am Freitag kurz nach dem Start in einen zweistöckigen Mietwohnungskomplex in Virginia Beach ein, sagte Mike Kaska von der Navy.
Obwohl fünf Gebäude in Flammen aufgingen und 40 Wohnungen zerstört oder beschädigt wurden, zählte die Feuerwehr bis zum späten Freitagabend nur sieben Verletzte, darunter die beiden Piloten. Sie hatten sich rechtzeitig per Schleudersitz in Sicherheit bringen können.
Drei Bewohner der teilweise zerstörten Wohnanlage wurden nach Angaben der Feuerwehr noch vermisst, berichtete die Nachrichtenagentur AFP. "Ich bete, dass wir keine Opfer mehr finden werden", sagte der Bürgermeister von Virginia Beach, Will Sessoms, am Samstag. Zwar durchforstete die Feuerwehr immer noch die rund 40 niedergebrannten Wohnungen, rechnete aber nicht mehr damit, noch auf Todesopfer zu stoßen.
Sieben Menschen, darunter die beiden Piloten, mussten im Krankenhaus behandelt werden. Außer einem der Piloten, der auch wohlauf sei, hätten alle inzwischen die Klinik wieder verlassen können, sagte ein Marinesprecher.
Die Rettungskräfte in Virginia Beach hatten zunächst befürchtet, dass sich in den Trümmern viele Verletzte oder sogar Tote befinden könnten. Fernsehbilder hatten brennende Dachstühle, dicke schwarze Rauchschwaden und verstreute Trümmerteile gezeigt. Augenzeugen sagten CNN, das Kampfflugzeug sei plötzlich über dem Wohngebiet runtergekommen. "Das Gebäude fing an, einzustürzen", sagte Zack Zapatero dem Sender. "Ich habe niemanden herauslaufen sehen."
"Katastrophales" Maschinenproblem
Der Jet vom Typ F-18 war nach Militärangaben von einem nahegelegenen Stützpunkt gestartet. In der Nähe des Unglücksortes befindet sich ein Ausbildungszentrum für junge Piloten, das "Strike Fighter" Geschwader 106. Geflogen wurde die Maschine von einem Flugschüler, hinter ihm saß sein Lehrer. Wie erfahren der Schüler sei, könne er nicht sagen, sagte der Marinesprecher. Bei seinem Ausbilder handele es sich um einen sehr erfahrenen Mann. Möglicherweise hätten die beiden versucht, das Flugzeug über das Wohngebiet hinweg in den nahe gelegenen Atlantik zu steuern.
Einer der zwei Piloten habe sich nach der Fallschirmlandung sofort dafür entschuldigt, dass die Maschine in die Wohnanlage gestürzt sei, sagte ein Zeuge dem Sender CNN.
Die Marine geht mittlerweile davon aus, dass ein "katastrophales" Maschinenproblem den Unfall verursachte, wie der Marine-Sprecher auf einer im US-Fernsehen übertragenen Pressekonferenz sagte. Darauf wiesen unter anderem Augenzeugenberichte hin, nach denen das Flugzeug kurz vor dem Absturz Treibstoff verloren habe. Mit vollen Tanks wäre der Jet in einen gewaltigen Feuerball aufgegangen, sagte Leiter des Rettungsdienstes, Bruce Nedelka.
heb/dpa/dapd/AFP/Reuters
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