US-Ostküste: Eissturm stoppt Tausende Flüge
Amerikas Nordosten bereitet sich auf einen womöglich historischen Blizzard vor - mehr als 4200 Flüge sind schon gestrichen worden. Im besonders bedrohten Boston gilt ein Fahrverbot, in New York werden Stromausfälle und Verkehrschaos befürchtet.
New York/Boston - Ein Großteil der Fluggesellschaften hat den Luftverkehr in New York, Boston und anderen Städten im Nordosten der USA wegen eines drohenden Schneesturms eingestellt. Von Freitag auf Samstag wird in einigen Regionen bis zu einem Meter Schnee erwartet. Insgesamt sollen laut der Webseite Flight Aware mehr als 4200 Flüge gestrichen worden sein. Auch am Pearson International Airport in Toronto fallen 240 Flüge aus. Die Airlines hoffen, den Betrieb am Samstag wieder aufnehmen zu können.
Viele Reisende versuchten, die Region zu umgehen. Einige Fluggesellschaften verzichteten auf die üblichen Umbuchungsgebühren in den betroffenen Gebieten. Die Airlines begannen mit dem Streichen der Flüge schon Stunden vor dem Eintreffen des Blizzards, um ein mögliches Chaos zu vermeiden. Besonders schlimm soll es am Freitagabend und in der Nacht auf Samstag werden.
Insgesamt bereiten sich Millionen Menschen auf den Wintersturm vor, der nach Angaben der US-Wetterbehörde historische Ausmaße annehmen könnte. Der Bundesstaat Massachusetts hat 5000 Nationalgardisten alarmiert. Die lokale Katastrophenbehörde warnte vor "extrem gefährlichen Bedingungen".
Vor Tankstellen und Supermärkten bildeten sich Schlangen. "Es ist ein Zirkus hier", sagte Elizabeth Fraser aus der Stadt Reading in Massachusetts dem Lokalsender WHDH: "Die Regale sind leer. Ich glaube, ich habe alle Flaschen Wasser gekauft, die sie noch hatten." In Connecticut sei den Tankstellen teilweise das Benzin ausgegangen, berichteten Medien.
Besonders bedroht ist Boston, dort wurden mehr als 60 Zentimeter Schnee vorausgesagt. Die starken Winde von bis zu 120 Stundenkilometern könnten an den Küsten Neuenglands eine Sturmflut auslösen. In Boston durften die Schüler am Freitag zu Hause bleiben, der öffentliche Nahverkehr in der Stadt wurde stillgelegt. Der Bundesstaat Massachusetts erließ für die Zeit des Sturms ein striktes Fahrverbot. Auch in Teilen der Bundesstaaten Rhode Island, Connecticut und New York blieben die Schulen geschlossen.
In New York erwarteten die Meteorologen gut 30 Zentimeter Schnee. New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg rief die Bewohner auf, sich mit Vorräten und Medikamenten zu versorgen und möglichst nicht mit dem Auto zu fahren. Es könne zu Stromausfällen und Verkehrsproblemen kommen. Bloomberg zeigte sich zugleich überzeugt, dass die Stadt gut auf den Schneesturm vorbereitet sei. Es stünden 250.000 Tonnen Salz sowie 350 Streu- und Räumfahrzeuge bereit, sagte er.
Erst Ende Oktober hatte der Wirbelsturm "Sandy" an der US-Ostküste für schwere Verwüstungen gesorgt. Damals waren 120 Menschen ums Leben gekommen und Zehntausende Häuser zerstört worden. New York und New Jersey hatten mit schweren Überschwemmungen zu kämpfen, ganze Landstriche waren wochenlang ohne Strom.
max/AP/AFP/dpa
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH
- Freitag, 08.02.2013 – 22:24 Uhr
- Drucken Versenden
- Nutzungsrechte Feedback
- Kommentieren | 9 Kommentare
für die Inhalte externer Internetseiten.
MEHR AUS DEM RESSORT PANORAMA
-
Chai Time
Lebe lieber ungewöhnlich - Korrespondent Hasnain Kazim beschreibt die Kuriositäten des Alltags in Südasien. -
kurz & krass
Heute schon gestaunt? Die skurrilsten Kurzmeldungen der Woche -
Wetter
So wird's: Prognosen und Warnungen, Biowetter, Radar- und Satellitenbilder -
Justiz
Alles, was Recht ist: Gisela Friedrichsen berichtet aus dem Gericht -
Katastrophen
Vergessene Krisen: Reporter berichten aus aller Welt über die Folgen dramatischer Ereignisse
