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US-Sittenwächter: Schlüpfer-Schocker müssen Strafe zahlen

Hautenge, auf Schambeingrenze sitzende Jeans, die den Blick auf Tiger-Tangas freigeben, sind nicht jedermanns Sache. Doch was sich Gesetzeshüter im US-Bundesstaat Virginia jetzt ausgedacht haben, greift tief in die Persönlichkeitsrechte des Einzelnen: Wer hier seine Unterwäsche zur Schau trägt, soll bestraft werden.

Teenie-Trend: Zeigt her eure Tangas
AP

Teenie-Trend: Zeigt her eure Tangas

Richmond - Die "Washington Times" bringt es auf den Punkt: Nach dem Motto "Pull up your pants or pay the price" ("Zieh deine Hosen hoch oder zahl") gehen Gesetzeshüter in Virginia ihren Bürgern jetzt buchstäblich an die Hose. Wer in Zukunft auch weiterhin darauf besteht, eng sitzende String-Tangas über den Rand noch knapperer Hosen blinzeln zu lassen, muss zahlen. Satte 50 Dollar soll die aufreizende Modespielerei in Zukunft kosten.

Nach einer hitzigen Debatte billigten die Abgeordneten des Regionalparlaments in Richmond gestern eine Vorlage, die bei Verstößen die Zahlung von 50 Dollar (39 Euro) vorsieht. Nur 34 Abgeordnete stimmten gegen das neue Gesetz, 60 sprachen sich dafür aus.

Offenbar vergeblich hatte der demokratische Abgeordnete Lionell Spruill an seine Kollegen appelliert, sich ihrer eigenen Modesünden in der Jugend zu erinnern. Der Volksvertreter bezeichnete die Gesetzesvorlage als einen verfassungswidrigen Angriff auf junge Schwarze, der Eltern zwingen würde, ihren Arbeitsplatz zu verlassen, um ihre Kinder zum Gericht zu bringen und dort eine Erklärung zu deren Kleiderwahl abzugeben.

"Dies ist eine unsinnige Vorlage, weil sie so vielen Menschen Probleme bereiten wird", argumentierte Spruill. Der Abgeordnete Algie Howell, überzeugter Befürworter der Eingabe, konterte, die Wähler würden von der zur Schau getragenen Unterwäsche beleidigt. Es handele sich keinesfalls um einen Angriff auf "baggy pants", betonte Howell. Vielmehr würde man mit einem solchen Gesetz Charakter zeigen und nicht nur dem Bundesstaat Virginia, sondern dem ganzen Land etwas Gutes tun.

Laut "Washington Times" ist bisher nicht klar, ob auch Klempner, Tischler und andere Arbeiter, die naturgemäß Probleme mit tief sitzenden Beinkleidern hätten, von dem Bußgeld betroffen seien. Der Gesetzentwurf sieht die Strafe für all jene vor, die ihre Unterwäsche in "anzüglicher und unanständiger Weise" tragen.

Das Gesetz ist allerdings noch nicht in Kraft. Der Senat der Generalversammlung von Virginia muss noch zustimmen.

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