USA Adoptiveltern lehnen behindertes Baby ab - Mutter behält es

Christina Fisher wollte ihr Baby zur Adoption freigeben. Als es zur Welt kommt, stellen Ärzte einen Gendefekt fest - der Beginn einer rührenden Geschichte.


Als Christina Fisher im vorigen Jahr schwanger wurde, passte ihr das gar nicht. Die 36-jährige Frau aus dem US-Bundesstaat Florida war "im Grunde" obdachlos, wie sie heute erzählt, der Mann war verschwunden, das Geld knapp. Und so fasste sie den Entschluss, ihr Baby nach der Geburt zur Adoption freizugeben. Rasch war ein Paar aus Georgia gefunden.

Über die Geschichte berichten mehrere Medien, nachdem die lokale Zeitung "Northwest Florida Daily News" sie veröffentlicht hatte. Demnach war es Anfang Januar so weit: Die Wehen setzten sein, die Adoptiveltern in spe reisten nach Florida, um während der Entbindung bereits vor Ort zu sein. In den Untersuchungen vor der Geburt war mit dem Kind alles in Ordnung gewesen. "Nichts wurde bemerkt", sagte Fisher.

Erst als das Kind, ein Mädchen mit Namen Abigail, zur Welt kam, entdeckten die Ärzte einen schweren genetischen Fehler: das "Treacher Collins Syndrom", das zu Fehlbildungen im Gesicht führt. Als die Adoptivmutter das Neugeborene zum ersten Mal sah, begann sie zu schreien, so berichtet es Fisher. Und lief davon. "Ich habe nie wieder etwas von ihr gehört."

Dann geschah ein rührender Moment: Christina Fisher entschied, ihr Kind zu behalten. "Ich habe es als Zeichen dafür genommen, dass sie zu mir gehört", sagt Fisher. Christina Fisher lebt inzwischen in einem kleinen Apartment, gemeinsam mit Abigail und mit einem Freund. Sie arbeitet bei einer Fast-Food-Kette, und sie bittet im Netz um Spenden für die Erziehung. So sind in drei Monaten bereits 8000 Dollar zusammengekommen.

Heute sei sie den Adoptiveltern sogar dankbar für die Ablehnung. "Meine Tochter ist mein Herz." Das Kind werde zwar Operationen benötigen, aber nicht geistig behindert sein und "ein völlig normales Leben" führen können. Erfahren aber soll Abigail von der geplanten Adoption nie. "Sie muss das nicht wissen", sagt die Mutter. Und an die vermeintlichen Adoptiveltern gewandt: "Sie verpassen das tollste Baby der Welt."

sms

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