US-Bundesstaat Washington Unglückszug fuhr deutlich zu schnell

Drei Menschen starben bei einem Bahnunglück in den USA, etwa hundert weitere erlitten Verletzungen. Nun gibt es erste Hinweise auf die Unglücksursache: Der Zug war etwa 80 Kilometer pro Stunde zu schnell unterwegs.

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Der im US-Bundesstaat Washington entgleiste Personenzug ist vor dem Unglück deutlich zu schnell gefahren. Laut einem Gerät, das die Daten der Bahn während der Fahrt aufzeichnete, betrug die Geschwindigkeit umgerechnet knapp 130 Kilometer pro Stunde, wie die Verkehrssicherheitsbehörde NTSB mitteilte.

Demnach war an dieser Stelle eine Höchstgeschwindigkeit von umgerechnet 48 Kilometern pro Stunde erlaubt. Es sei "zu früh zu sagen", warum der Zug mit rund 80 Passagieren an Bord so schnell fuhr, sagte Behördenvertreterin Bella Dinh-Zarr vor Journalisten.

Am Montagmorgen war südlich von Seattle ein Zug aus den Gleisen gesprungen und teilweise auf eine Schnellstraße gestürzt. Luftaufnahmen zeigten den gestauchten Zug zwischen Lakewood und Olympia nahe der Stadt Tacoma.

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USA: Das Zugunglück bei Tacoma

Nach Angaben des Betreibers Amtrak waren vermutlich 78 Passagiere und fünf Besatzungsmitglieder an Bord. Um 6 Uhr Ortszeit hatte der Zug Seattle auf dem Weg nach Portland im US-Bundesstaat Oregon verlassen. Unter den Verletzten sind auch Autofahrer, die von herabfallenden Teilen des Zuges getroffen wurden.

Im Video: US-Zug stürzt auf Highway

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US-Präsident Donald Trump nutzte das Unglück, um auf Twitter für Investitionen in die Infrastruktur zu werben. Brücken, Tunnel und Gleise seien marode. "Nicht mehr lang!", schrieb Trump. Allerdings befuhr der Unglückszug zum ersten Mal eine neue Strecke, als er entgleiste. Einen Infrastrukturplan der US-Regierung gibt es nicht. Später bekundete Trump auf Twitter sein Beileid für die Opfer.

Der Abschnitt war nach Angaben des Verkehrsministeriums des Bundesstaates Washington seit dem Jahr 2010 für 181 Millionen Dollar ausgebaut worden, um Kurven zu vermeiden. Er sollte laut Amtrak zehn Minuten Zeitersparnis bringen.

mxw/AP/Reuters/AFP



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