USA CIA-Fehler löste Terror-Großalarm aus

Der US-Geheimdienst CIA hat sich einen gigantischen Flopp geleistet: Weil Agenten geglaubt hatten, der Nachrichtensender al-Dschasira übertrage verschlüsselte Attentatspläne, lösten sie einen wochenlangen Terroralarm aus. Zahlreiche internationale Flüge wurden gestrichen.


CIA-Hauptquartier in Langley: Attentatspläne auf Tappahanock gemeldet
AP

CIA-Hauptquartier in Langley: Attentatspläne auf Tappahanock gemeldet

Washington - Wie der Nachrichtensender NBC meldete, seien CIA-Agenten Ende 2003 davon überzeugt gewesen, Zahlen im Nachrichtenlaufband von al-Dschasira enthielten Flugdaten, Anschlagsdaten und geografische Koordinaten für geplante Anschläge. Zu den von der CIA vermuteten Anschlagszielen hätten das Weiße Haus in Washington, das Hochhaus Space Needle in Seattle und sogar die Kleinstadt Tappahannock im Bundesstaat Virginia gehört.

In der Folge der CIA-Hinweise sei der Terroralarm nach Weihnachten 2003 von Stufe gelb auf orange erhöht und wochenlang so gehalten worden, berichtet NBC News. Fast 30 internationale Flüge von Air France, British Airways, Continental und Aeromexico seien gestrichen worden. Letzten Endes habe sich der vermeintliche Schatz an Geheimdiensterkenntnissen als völlig falsch erwiesen. Die Öffentlichkeit sei darüber nicht informiert worden.

Der damalige Heimatschutzminister Tom Ridge verteidigte die CIA-Analyse, wenngleich sie "bizarr, unorthodox und beispiellos" gewesen sei. Die US-Regierung habe seinerzeit keine andere Wahl gehabt, als die vermuteten Terrorbotschaften ernst zu nehmen.



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