Orkanböen, heftige Niederschläge Extremer Wintersturm fegt über US-Ostküste

Überschwemmungen, Flugausfälle, Haushalte ohne Strom: Ein "Bombenzyklon" trifft auf die US-Ostküste. Die Behörden rufen die Bürger auf: Bleibt zu Hause, bringt euch in Sicherheit.


Ein schwerer Wintersturm hält die US-Ostküste in seinem Griff: Mit Orkanböen und teils heftigen Niederschlägen hat der Sturm bereits am Freitag zu Überschwemmungen und erheblichen Beeinträchtigungen des Alltags geführt. Besonders betroffen vom starken Regen und Schneefall waren die Bundesstaaten New Jersey und Massachusetts. Teile der Stadt Boston und kleinere Küstenorte waren überschwemmt.

Mindestens fünf Menschen wurden von umstürzenden Bäumen oder abgerissenen Ästen erschlagen, unter ihnen ein sechsjähriger Junge in Virginia, ein elfjähriger Junge im Bundesstaat New York und eine 77-jährige Frau in Maryland.

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Extremer Wintersturm an US-Ostküste: Orkanböen, heftige Niederschläge

Meterhohe Wellen schlugen in Küstenorten gegen die Hafenbefestigungen. Alle Staaten von Virginia bis hinauf nach Maine hatten mit dem Sturm zu kämpfen. Im Norden des Bundesstaats New York, an der Grenze zu Kanada, fielen mehr als 30 Zentimeter Schnee.

Die Behörden riefen die Menschen dringend dazu auf, sich in Sicherheit zu bringen. Der Wetterdienst nannte den Sturm für einige Gebiete Neuenglands ein "Ereignis auf Leben und Tod". Der Katastrophenschutz von Massachusetts erklärte: "Dies ist einer der extremeren Stürme der jüngsten Zeit."

"Wir leben hier seit 35 Jahren", sagte Kevin Hufnagle aus Marshfield der "Washington Post". "Aber so schlimm haben wir es noch nie erlebt." Marshfield liegt 50 Kilometer südöstlich von Boston.

Weil der Sturm bis in den Samstag - und damit ungewöhnlich lange dauern sollte - wurde während des wiederholten Flutzyklus' in dieser Zeit mit schweren Schäden gerechnet. Der Wind sollte das Wasser landeinwärts treiben.

Zugverkehr eingestellt, Flüge abgesagt

Das Unternehmen Amtrak stellte an der Ostküste den Zugverkehr ein. Zahlreiche Flüge wurden abgesagt, nach Angaben der Webseite Flightaware rund 3000. Am internationalen Flughafen von Washington musste der Tower wegen heftiger Winde kurzzeitig geräumt werden. Der Pilot einer Maschine der United Airlines aus Charlottesville berichtete von derart heftigen Turbulenzen während der Landung in Washington, dass "sich fast alle im Flugzeug übergeben mussten".

An der Küste wurde von Zehntausenden Stromausfällen berichtet, bis zu eine Million Menschen waren zeitweise ohne Energieversorgung. Viele Schulen blieben geschlossen. Autos, Dächer und Gerüste wurden beschädigt, so etwa in der Ortschaft Scituate. Dort drang das Wasser bis in die Innenstadt vor.

US-Präsident Donald Trump konnte eine geplante Dienstreise nicht wie üblich vom Militärflughafen Andrews antreten, weil dort die Startbahn in ungünstiger Richtung für den sehr starken Wind liegt. Seine Kolonne wurde zum Flughafen Dulles International umgeleitet. Auch der Schiffsverkehr litt. Die Einfahrt in die Chesapeake-Bucht, der Weg vom offenen Atlantik zum bedeutenden Containerhafen in Baltimore, blieb teilweise gesperrt.

In der Hauptstadt Washington waren am Freitag Museen, der Zoo und öffentliche Gebäude wegen des Wetters geschlossen, zahlreiche Regierungsbedienstete blieben zu Hause. Bei diesem Sturm handelt es sich für Meteorologen um das Wetterphänomen einer "Bombogenese". Das beschreibt die rapide Verstärkung eines Tiefs, laut US-Wetterbehörde NOAA liegt das am Aufeinanderprallen sehr kalter mit warmen Luftmassen. Für die Entladung wählen manche Meteorologen das Bild einer Bombe oder eines "Bombenzyklons".

Auch auf der anderen Seite des Atlantiks herrschen derzeit extreme Wetterverhältnisse: In Großbritannien und Irland haben die anhaltende Kälte und ergiebige Schneefälle für Chaos gesorgt. Schulen sind geschlossen, Autofahrer stecken auf verschneiten Straßen fest, Züge und Flugzeuge stehen still. Das öffentliche Leben ist wie eingefroren:

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Extrem weiß: Irland und Großbritannien wie eingefroren

oka/AFP/dpa

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