USA Katholische Kirche segnet Beicht-App ab

Wer es nicht zum Beichtstuhl schafft, kann ab sofort auch in der U-Bahn oder im Büro sein Gewissen erleichtern: Die katholische Kirche in den USA hat eine Beicht-App für Smartphones genehmigt. Die Anregung für das Programm soll von ganz oben gekommen sein.

Beicht-App fürs iPhone: auch unterwegs das Gewissen erleichtern
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Beicht-App fürs iPhone: auch unterwegs das Gewissen erleichtern


South Bend - Reuevolle Sünder können ab sofort per Handy ihre Verfehlungen gestehen: Die katholische Kirche in den USA hat eine Beicht-Application für Smartphones befürwortet. Für zwei Dollar führt die Anwendung namens "Confession" Schritt für Schritt durch das Sündenbekenntnis - abhängig von Alter, Geschlecht und Familienstand.

Zunächst muss der Nutzer ankreuzen, gegen welche Gebote er verstoßen hat. Auch individuelle Bekenntnisse per Texteingabe sind möglich, wie auf der Seite des Herstellers Little iApps zu sehen ist. Im Gegenzug macht das Programm Vorschläge, welche Gebete als Wiedergutmachung nützlich wären. Weniger bibelfeste Sünder können sich die passenden Texte zu den vorgeschlagenen Gebeten gleich mit anzeigen lassen.

Beteiligt an der Entwicklung des Programms waren ein katholischer Priester und das bischöfliche Ordinariat der USA, so der Online-Dienst Catholic News Agency. Die App solle katholischen Christen die Scheu vor der Beichte nehmen, sagte Patrick Leinen, Gründer von Little iApps. Die Kirche stellt jedoch klar: Das Programm soll den Gang zum Beichtstuhl nicht ersetzen, der Sündenerlass durch einen Priester sei weiterhin notwendig.

Die Anregung für das Programm komme sogar von ganz oben: Papst Benedikt XVI. hatte im Vorjahr in einer Rede Jugendliche dazu ermutigt, von Social-Media und Internet bei der religiösen Kommunikation Gebrauch zu machen.

Noch können lediglich Nutzer von Apple-Geräten ihr Gewissen per Beicht-App erleichtern. Versionen für andere Systeme sind laut Hersteller jedoch in Arbeit.

sar/dapd/Reuters



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