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Kuschelhaus in Wisconsin: Küssen verboten

Mitarbeiter des Kuschelhauses: "Einfach in den Arm genommen werden" Zur Großansicht
DPA/Snuggle House

Mitarbeiter des Kuschelhauses: "Einfach in den Arm genommen werden"

Kuscheln ist erwünscht - mehr aber nicht: Im US-Bundesstaat Wisconsin soll bald ein sogenanntes Snuggle House eröffnen. Gegen Geld gibt es dort innige Umarmungen. Doch die Staatsanwaltschaft ist skeptisch.

Washington - Matthew Hurtado steht auf Körperkontakt. Er will in Madison im US-Bundestaat Wisconsin ein Kuschelhaus eröffnen. Mit fünf "professionellen Kuschlern" sollen Kunden schmusen und reden können - und dafür bezahlen. "Ich halte es für eine Notwendigkeit. Ich habe das Gefühl, es gibt heutzutage einfach nicht genug menschliche Verbindungen, mit all dieser Technologie, die uns meiner Meinung nach trennt", sagt Hurtado.

Das Angebot richte sich an alle, die "einfach in den Arm genommen werden wollen", vor allem Ältere und Kranke, berichtet das Magazin "Time". Menschlicher Kontakt produziere im Körper das Hormon Oxytocin, das sogenannte Liebeshormon, sagt Hurtado. Der Gewinn sei offensichtlich, man fühle sich dadurch sicherer und geborgen. Jegliche Art von sexuellem Kontakt sei aber völlig ausgeschlossen.

Im eher prüden Amerika, wo Körperkontakt mit Fremden oft als unangenehm gelten kann, hat die Idee nicht nur Befürworter. Die Staatsanwaltschaft von Madison ist skeptisch, ob es beim reinen Kuscheln bleiben wird. "Mein erster Gedanke war, dass das ein Ort für Prostitution sein könnte", sagt Staatsanwältin Jennifer Zilavy. Eine Einwohnerin sagt dem TV-Sender NBC, die Idee habe ihr "Angst gemacht", und sie frage sich, was dort wirklich vor sich gehe.

Hurtado versichert, dass der Hintergrund von Kunden und Kuschlern genau geprüft werde. So soll etwa geklärt werden, ob jemand als Sexualstraftäter verurteilt wurde. Zudem sollen die Regeln in Vorgesprächen erklärt werden. In allen Räumen sorgen Kameras und Notrufknöpfe für zusätzliche Sicherheit.

Trotz aller Kritik scheint die Idee gut anzukommen. Beinahe 300 Kunden sollen sich laut Hurtado schon für die Sitzungen angemeldet haben. Auf die Kuschler-Jobs habe es 322 Bewerbungen gegeben. Die fünf besten hätten es ins Team geschafft, vier Frauen und ein Mann. Doch bislang konnte der Gründer der Staatsanwaltschaft noch keinen überzeugenden Geschäftsplan vorlegen, es fehlten wichtige Unterlagen. Die für Dienstag geplante Eröffnung wurde verschoben.

wit/dpa

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1.
Oberleerer 21.10.2013
Das geht schief. Oxytocin ist nicht das "Liebes-Hormon" sondern eher auch ein Bindungshormon. Gerade die, die keine Übeung im Umgang damit haben werden sich an die prof. Kuschler binden und und schweren Liebeskummer erleiden. Solange noch kein Jungbrunnen erfunden wurde, ist eine Selbstmorzelle (wie in Futurama) weit attraktiver als ein Leben jenseits der 30.
2.
damtschweli 21.10.2013
Mal abgesehen davon, daß ich die Idee des "Kuschelhauses" für ziemlichen Unsinn halte: Wieso muß man in "God's own country" der Staatsanwaltschaft einen "überzeugenden Geschäftsplan" vorlegen, um ein Geschäft zu eröffnen? Achja ich vergaß... wir reden hier ja über die Weltpolizei...
3.
herbert_schwakowiak 21.10.2013
Zitat von OberleererDas geht schief. Oxytocin ist nicht das "Liebes-Hormon" sondern eher auch ein Bindungshormon. Gerade die, die keine Übeung im Umgang damit haben werden sich an die prof. Kuschler binden und und schweren Liebeskummer erleiden. Solange noch kein Jungbrunnen erfunden wurde, ist eine Selbstmorzelle (wie in Futurama) weit attraktiver als ein Leben jenseits der 30.
Und auch die wird es irgendwann geben.
4. Ist doch ein....
ohne_mich 21.10.2013
...alter Hut: In jeder Stadt gibt es regelmäßig "Cuddle-Parties", wo genau das gleiche angeboten ist - natürlich nicht gegen richtige Bezahlung, sondern nur gegen Unkostenbeteiligung (Raummiete) etc. Daß in 'murica daraus gleich ein "Prostitutionsverdacht" entsteht, ist aber natürlich bezeichnend für dieses "Land".
5. geniale Idee
longdonglarry 21.10.2013
Zitat von sysopDPA/Snuggle HouseKuscheln ist erwünscht - mehr aber nicht: Im US-Bundesstaat Wisconsin soll bald ein sogenanntes Snuggle House eröffnen. Gegen Geld gibt es dort innige Umarmungen. Doch die Staatsanwaltschaft ist skeptisch, Anwohner haben sogar Angst. http://www.spiegel.de/panorama/usa-kuschelhaus-eroeffnet-in-madison-in-wisconsin-a-928979.html
das wird sicherlich ein Erfolg, falls dem Laden nicht schon vor der Eroeffnung vom Staatsanwalt der Stecker rausgezogen wird. Bin davon ueberzeugt, dass viele Menschen im Alltag zu wenig Zaertlichkeiten bekommen und auch bereit sind $60/Stunde dafuer zu bezahlen. Ich denke auch, dass viele Maenner im Puff mehr einen menschlichen Kontakt als Sex suchen.
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