Schönheitswettbewerb Miss America Die Abschaffung des Badeanzugs

"Es zählt, was ihr sagt": Anwärterinnen auf den Titel Miss America müssen sich künftig nicht mehr im Badeanzug zeigen. Die neue Chefin des Wettbewerbs reagiert so auf die Skandale der vergangenen Monate.

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Die Chefin von Miss America hat angekündigt, dass der Schönheitswettbewerb künftig ohne Badeanzüge auskommt. "Es zählt, was ihr sagt, das ist uns wichtig", sagte Gretchen Carlson im US-amerikanischen TV.

Die 51-Jährige leitet den Wettbewerb seit Januar. Sie war 1989 selbst Miss America und ist die Nachfolgerin von Sam Haskell.

Der Chef von Miss America trat zurück, nachdem mehrere E-Mails mit sexistischen und vulgären Sprüchen über ehemalige Gewinnerinnen publik geworden waren. So bezeichnete Haskell eine Frau in einer E-Mail als "ein Stück Müll". Seit dem Skandal sind die drei höchsten Positionen in der Leitung des Wettbewerbs mit Frauen besetzt.

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Miss America: "Wir werden euch nicht mehr nach eurem Aussehen beurteilen"

"Wir werden euch nicht mehr nach eurem Aussehen beurteilen, weil wir daran interessiert sind, was euch ausmacht", sagte Carlson. Potenzielle Teilnehmerinnen hätten ihr gesagt, sie wollten nicht in High Heels und Badeanzügen herumlaufen, berichtete Carlson in dem Interview. "Stellt euch vor! Das müsst ihr nicht mehr."

Carlson befürchtet offenbar auch keinen Einbruch der Einschaltquoten. Der Part mit den Badeanzügen sei nicht der mit den höchsten Quoten. Die Zuschauer seien offenbar mehr am Talent der Frauen interessiert, sagte sie.

Änderungen gelten ab September

Auch die Kategorie Abendkleidung wird ihr zufolge geändert. Die Teilnehmerinnen sollen demnach nicht mehr danach beurteilt werden, welche Kleidung sie ausgewählt haben. Die Änderungen sollen mit dem Wettbewerb in diesem Jahr wirksam werden. Er findet im September statt.

Miss America begann von fast hundert Jahren in Atlantic City, im US-Bundesstaat New Jersey. Die Teilnehmerinnen sollten Touristen in den Urlaubsort an der Atlantikküste locken.

jpz/AP



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