Schönheitswettbewerb Miss America Streit um den Badeanzug eskaliert

Die neue Chefin von Miss America hat durchgesetzt, dass sich Anwärterinnen auf den Titel nicht mehr im Badeanzug zeigen müssen. Sie wurde harsch kritisiert - doch jetzt bekommt sie prominente Hilfe.

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Gretchen Carlson ist unter Druck. Die Chefin von Miss America hatte angekündigt, dass der Schönheitswettbewerb künftig ohne Badeanzüge auskommt. So will sie den Wettbewerb nach einem Sexismus-Skandal modernisieren.

Doch der Kurs der 52-Jährigen gefällt nicht jedem. 22 Vertreter von US-Bundesstaaten, in denen der Wettbewerb stattfindet, haben eine Petition gegen Carlson unterschrieben. Sie fordern den Rücktritt des Vorstands, wie die Zeitung "The Press of Atlantic City" berichtet.

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Miss America: Petition gegen Carlson

Die Offiziellen kritisieren in dem Schreiben einen Mangel an Transparenz. Der gesamte Vorstand habe in seiner Führungsrolle versagt. Die Kritiker fühlen sich laut der Zeitung "The Telegraph" gezwungen, Carlsons Änderungen mitzugehen - andernfalls würden die regionalen Wettbewerbe möglicherweise nicht im Fernsehen gezeigt.

Nach Carlsons Ankündigung, den Wettbewerb zu verändern, ist "Newsweek" zufolge die Hälfte des neunköpfigen Vorstandes zurückgetreten - zum Teil unfreiwillig. Die ehemaligen Miss Americas, Kate Shindle und Laura Kaeppeler, sagten demnach, sie seien wegen der "toxischen Kultur" im Vorstand nicht mehr dabei.

Doch Carlson bekommt auch Unterstützung: 30 ehemalige Siegerinnen des Wettbewerbs sprachen sich für sie aus. In einem Brief an die "Press of Atlantic City" hieß es, dass sie den Vorstand "uneingeschränkt unterstützen". Der Vorstand arbeite unermüdlich daran, den Wettbewerb voranzubringen.

Carlsons Vorstandskollegin Regina Hopper sagte, dass es immer Leute gebe, die dagegen seien und Veränderungen nicht akzeptieren könnten. All jene, die voranschreiten wollten, seien willkommen.

"Ein Stück Müll"

Carlson schaffte nicht nur den Badeanzug ab, auch die Kategorie Abendkleidung wurde geändert. Die Teilnehmerinnen sollen demnach nicht mehr danach beurteilt werden, welche Kleidung sie ausgewählt haben.

Die 52-Jährige leitet den Wettbewerb seit Januar. Sie war 1989 selbst Miss America und ist die Nachfolgerin von Sam Haskell.

Der Chef von Miss America trat zurück, nachdem mehrere E-Mails mit sexistischen und vulgären Sprüchen über ehemalige Gewinnerinnen publik geworden waren. So bezeichnete Haskell eine Frau in einer E-Mail als "ein Stück Müll". Seit dem Skandal sind die drei höchsten Positionen in der Leitung des Wettbewerbs mit Frauen besetzt.

jpz



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