USA Passagierflugzeug mit defektem Bugrad notgelandet

Es gab erleichterten Applaus nach der Landung: Ein Airbus der US-Fluggesellschaft Jet Blue ist trotz defekten Bugrads sicher in Los Angeles gelandet. Die 139 Passagiere blieben unverletzt. Sie hatten die Notlandung nicht nur selbst erlebt, sondern auch live an TV-Bildschirmen verfolgt.


Dramatische Notlandung mit brennendem Bugrad
AP

Dramatische Notlandung mit brennendem Bugrad

Los Angeles - Das vollgetankte Passagierflugzeug war gestern Abend (Ortszeit) im kalifornischen Burbank mit dem Ziel New York gestartet. Direkt nach dem Start meldete der Pilot ein defektes Bugrad. Angaben des Senders CNN zufolge war das vordere Fahrwerk seitlich verdreht und ließ sich nicht mehr einfahren. Der Pilot nahm zunächst Kurs auf den Pazifik und kreiste in der Luft, um so viel Treibstoff wie möglich zu verbrauchen. Am Boden trafen unterdessen mehr als 100 Feuerwehrleute und Sanitäter Vorbereitungen für die Notlandung des Airbus A-320.

Als die Maschine schließlich auf dem Boden aufsetzte, schossen etwa 30 Sekunden lang weißer Rauch und Flammen aus dem vorderen Fahrwerk. Dann brachte der Pilot den Airbus zum Stehen. "Es war eine sehr, sehr sichere Landung", sagte Lou Roupoli, Einsatzleiter der Feuerwehr. Der Pilot sei so lange wie möglich auf dem hinteren Fahrwerk gerollt, bevor er das defekte Bugrad zu Boden brachte.

In den letzten Minuten vor dem Aufsetzen kam der Verkehr auf der Flughafenautobahn fast zum Stillstand, als Autofahrer und Schaulustige den Anflug verfolgten. US-Fernsehsender übertrugen die Rettungsmaßnahmen und das dramatische Aufsetzen auf der Piste des internationalen Flughafens von Los Angeles live. Flugexperten diskutierten in Nachrichtensendungen die möglichen Gefahren der bevorstehenden Notlandung, während die Maschine über der Millionenmetropole Los Angeles kreiste.

Und damit nicht genug: Fluggast Mike Miceli berichtete beim Lokalsender "Channel 4" die Passagiere des Flugs 292 hätten ihr eigenes Drama "etwa eine Stunde" auf Bildschirmen mitverfolgt. Jet Blue gehört zu den Fluggesellschaften, die Nachrichtensendungen direkt in die Kabine übertragen. Eine halbe Stunde vor der Landung sei die Übertragung der Fernsehbilder dann eingestellt worden.

Notlandung des Airbus: Vom Fernsehen live begleitet
DPA

Notlandung des Airbus: Vom Fernsehen live begleitet

Medienberichten zufolge bewahrten die 139 Passagiere und 6 Besatzungsmitglieder während des knapp dreistündigen Fluges die Ruhe. Nach der sicheren Landung habe es tosenden Applaus gegeben, hieß es.

Jet Blue ist nach Passagierzahlen die zehntgrößte US-Fluggesellschaft, die vor allem durch günstige Preise Kunden anlockt. Nach Angaben der "Los Angeles Times" besitzt das Unternehmen eine Flotte von rund 80 Airbus-Maschinen, die 32 Städte in den USA und der Karibik anfliegen.



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