Neues aus dem Cockpit Ein Pilot geht steil

Ein Kampfpilot hat an den Himmel über dem US-Bundesstaat Washington einen riesigen Penis gemalt. Der Urheber fand das gewitzt, seine Vorgesetzten leider nicht.

Umstrittenes Kondensstreifen-Gemälde
REUTERS/ Instagram/RReed.69

Umstrittenes Kondensstreifen-Gemälde


Kunst und Humor sind sich in einem Punkt erstaunlich ähnlich: Nicht jeder versteht sie - und selbst der beste Witze bringt noch lange nicht jeden zum Lachen. Ganz im Gegenteil, wie ein Kampfpilot in den USA nun einsehen muss.

Mit den Kondensstreifen seines Flugzeugs malte der Soldat einen riesengroßen Penis an den Himmel über dem Bundesstaat Washington. Das Bild war dermaßen groß, dass etliche Bewohner der Stadt Okanogan die Phallus-Zeichnung hoch über ihren Köpfen bemerkten: In sozialen Netzwerken kursieren inzwischen viele Fotos vom Kunstwerk des übermütigen F-18-Piloten.

Der hatte sich bei der Aktion am Donnerstag etwas Kluges gedacht, angeblich jedenfalls. Er beruft sich Medienberichten zufolge darauf, dass er als Pilot im Cockpit gesessen habe - und cock ist im Englischen nun mal eine vulgäre Bezeichnung für Penis. Ob das kreativ oder witzig ist: eindeutig Ansichtssache.

"Es war ziemlich lustig, das zu sehen"

Die US-Marine sortierte das "obszöne Bild" in die Kategorie der misslungen Witze ein - und reagierte peinlich berührt. Die Aktion der auf der der Militärbasis Whidbey Island stationierten Besatzung sei völlig inakzeptabel und stehe im Widerspruch zu den Grundwerten der Marine, sagte eine Militärsprecherin."Die Marine entschuldigt sich für dieses verantwortungslose und unreife Verhalten."

Die humorlose Reaktion der Navy hat möglicherweise einen sehr ernsten Grund: Die US-Marine ist derzeit Gegenstand von Berichten über sexuelle Übergriffe in ihren Reihen. Ob die streitbare Aktion über dem 2500-Seelen-Ort Okanogan damit in irgendeinem Zusammenhang steht, ist bislang unklar.

Es sei eine Untersuchung eingeleitet worden und die Verantwortlichen würden zur Rechenschaft gezogen, sagte die Marinesprecherin. Erste Konsequenz: Schon seit Freitag ist die zweiköpfige Besatzung des Flugzeugs vorerst von Einsätzen in der Luft abgezogen.

Der einzige Trost für die unverstandenen Himmelskünstler: Zumindest das gemeine Volk scheint auf der Seite des Piloten zu stehen. Angesichts der Flugmanöver habe er schnell "gewusst, was es war, und ich musste lachen", sagte der Zuschauer Ramon Duran der Zeitung "The Spokesman-Review". "Es war ziemlich lustig, das zu sehen."

mxw/AP/Reuters/AFP



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