USA Seriendieb stiehlt Dutzende Gartenzwerge

Ein mysteriöser Dieb hat rund 75 Wichtel aus den Gärten der Stadt Springfield gestohlen und auf einer Grünfläche abgeladen. Die Polizei fahndet nach dem Täter und hat zur Identifizierung der Zwerge eine Gegenüberstellung anberaumt.


Springfield/Oregon - Sie wurden gestohlen, ihren Eigentümern entwendet. Jetzt harren rund 75 Gartenzwerge auf dem Springfielder Polizeirevier aus, warten darauf, von ihren Besitzern nach Hause geholt zu werden. Doch ihre verzweifelte Lage lassen sie sich nicht anmerken: Kein Schatten fällt auf ihre strahlenden Pausbäckchen, nur ihre roten Zipfelmützen scheinen zur Spitze hin etwas geknickter als sonst.

Diebesgut: Zwerge machen sich in Polizeirevier breit
DPA

Diebesgut: Zwerge machen sich in Polizeirevier breit

Der Polizeichef von Springfield, Richard Harrison nimmt die Sache sehr ernst: "Jemand ist Opfer eines Diebstahls geworden", sagt er zu der Zeitung "The Register-Guard". Man dürfe die Angelegenheit nicht bagatellisieren, schließlich hingen an den Figürchen auch Gefühle. Die Polizei untersucht, wer für den Diebstahl der Zwerge aus der Springfielder Nachbarschaft verantwortlich ist, also wer die Wichtel gestohlen und sie vor einem Haus in Thurston abgeladen hat.

Stundenlang habe die Polizei die Keramik- und Plastikfiguren katalogisiert, berichtet "The Register-Guard". Unter den Opfern befinden sich demnach neben den Zipfelmützen-Trägern auch Keramik-Gänse, Esel und Rehe.

Bisher hat die Polizei noch keine heiße Spur. Der Fall erinnert an die aus Deutschland, Italien und Frankreich bekannte Aktivisten-Gruppe "Rettet die Gartenzwerge". Sie stehlen Figuren aus Vorgärten und setzen sie in Wäldern aus - ihrer Meinung nach der natürliche Lebensraum der Wichtel.

Laut "The Register-Guard" fahndet die Springfielder Polizei in alle Richtungen nach dem Dieb, aber auch nach den Besitzern der Gartenzwerge. "Wir müssen sie hier rausbekommen", sagt Harrison. Auch, weil die Station mehr an eine städtische Vorgarten-Idylle erinnert denn an ein Polizeirevier.

"Immer, wenn ich mein Büro verlasse, machen sie sich in meinem Stuhl breit und gehen an meinen Computer." Der Polizeichef hat genug: "Ich scheine diese verdammten Wichtel einfach nicht loszuwerden."

Deshalb hat er jetzt für den kommenden Dienstag eine Gegenüberstellung anberaumt, berichtet "The Register-Guard". Seit an Seit müssen die Wichtel dann vor ihre potentiellen Eigentümer treten. Eingehend werden sie dann unter die Lupe genommen, von der Mütze bis zu den Stiefelchen. Wer nicht abgeholt wird, kommt unter den Hammer und wird versteigert. "Das wird dann wie bei einer Adoption", sagt Harrison.

sil



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