Rekordwinter in den USA Ist ein Murmeltier an allem schuld?

In den USA leiden die Menschen unter dem harten Winter. Jetzt ist ein launiger Streit entbrannt über die Wetterprognose eines Murmeltiers. Selbst ein Gouverneur mischt sich ein.

Das wohl bekannteste Murmeltier der Welt: Punxsutawney Phil
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Das wohl bekannteste Murmeltier der Welt: Punxsutawney Phil


Washington - Wenigstens der Humor ist den wintergeplagten Menschen im Nordosten der USA geblieben. Und so streiten sie in den Bundesstaaten New Hampshire und Pennsylvania - nicht ganz ernst - seit Tagen um das wohl bekannteste Murmeltier der Welt.

Es begann damit, dass Punxsutawney Phil, so heißt der schnuckelige Säuger, am 2. Februar beim Groundhog Day (Murmeltiertag) eine umstrittene Vorhersage traf. Traditionell wird an mehreren Orten in den USA und Kanada an diesem Tag ein Murmeltier aus dem Bau gelockt. Scheint die Sonne, so die Regel, dauert der Winter noch sechs Wochen.

Genauso kam es, als Punxsutawney Phil zur Tat schritt. Doch die Menschen in der betroffenen Region Neuengland haben genug von klirrender Kälte und Schneestürmen, die das Wetter zurzeit kaum erträglich machen. Und so postete die Polizei aus Merrimack in New Hampshire via Facebook eine Suchmeldung: Wer Phil sehe, solle anrufen. "Wir werden ihn sicher in Verwahrung nehmen."

Rekord-Temperaturen in New York

Prompt meldete sich ein Sprecher des Ski-Resorts in Gilford, New Hampshire, das von starken Schneefällen naturgemäß profitiert. Man sei besorgt wegen der "Attacken auf einen der wahren Winterhelden Amerikas" - und biete Phil Asyl. Das wiederum brachte Tom Wolf in gespielte Rage, den Gouverneur von Phils Heimat Pennsylvania. Er werde alles tun, "um unser geliebtes Murmeltier zu schützen".

Am Montag schob sich eine erneute Kältewelle mit heftigen Schneefällen aus den mittleren Bundesstaaten in Richtung Nordosten vor. In North Carolina, Virginia, Mississippi, Georgia, Kentucky und Washington wurde der Notstand ausgerufen.

Am Mittwoch soll die Wetterfront die Metropole Boston erreichen, die in den vergangenen Wochen bereits unter mehreren Schneestürmen litt. In New York City sank die Temperatur auf ein historisches Tief für diese Jahreszeit, sie lag am Dienstag bei minus 15 Grad.

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sms/AP



insgesamt 15 Beiträge
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fareast 17.02.2015
1. Rekordwinter?
Zumindest in Pennsylvania war das letztes Jahr.
conny1969 17.02.2015
2. Madis Gras
Da werden die in New Orleans ihren Karneval mal bei deutschen Temperaturen feiern müssen. Wird aber mit Sicherheit nicht so viel Spaß machen wie sonst, da einiges heute mit Sicherheit gut eingepackt bleibt, was normaler Weise gern gezeigt wird.
hartmannulrich 17.02.2015
3. Dabei beruht das Ganze auf einer Verballhornung
"Wenn der Dachs an Lichtmeß seinen Schatten sieht, dauert der Winter noch sechs Wochen lang" - d.h. wenn es am 2. Februar warm und sonnig ist, heißt das noch lange nicht, daß die kalte Jahreszeit vorbei ist. So lautet eine deutsche Wetterregel. In Amerika hat man aus dem fort fehlenden Dachs ein Murmeltier gemacht, welches aber anders als der Dachs Anfang Februar niemals freiwillig seinen Bau verlassen wird.
irukandji 17.02.2015
4. Wer DARWIN verbietet
glaubt auch an ein göttliches Murmeltier.
benuron 17.02.2015
5. Apropos Sprichwörter:
Don't kill the messenger! Don't hate the player hate the game.
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