Neue Biersorte Auf Usedom gibt's jetzt Cannabisbier

Lange war Hanf als Droge verschrien. Doch durch wirkstoffarmen Nutzhanf erlebt die Pflanze neuen Auftrieb: Auf Usedom wird nun Cannabisbier ausgeschenkt.

Marihuana-Pflanze
REUTERS

Marihuana-Pflanze


"Leicht süßlich, ein wenig nach Gras" - so soll das Cannabisbier von Jan Fidora schmecken. Fidora ist Schlossherr in Mellenthin auf der Insel Usedom und hat bereits Erfahrung im Bierbrauen. Nun hat er das erste Cannabisbier in Deutschland vorgestellt, wie die "Ostsee-Zeitung" berichtet.

Versuche mit Hanfbier gab es schon mehrere, immer mehr Firmen weltweit setzen auf Cannabis, auch Getränkehersteller. Die Getränke, auch das Bier aus Mellenthin, haben keine Rauschwirkung, denn sie werden aus THC-armem Nutzhanf hergestellt. Hier wirkt nur eines: Der Alkoholgehalt - der liegt, ähnlich wie bei Bier, bei 5 Prozent.

Ein Nachbar hatte sich alte Rezepte aus dem 18. und 19. Jahrhundert besorgt und begann zu tüfteln, heißt es in dem Bericht. Was der Hopfen im herkömmlichem Bier, ist hier die Hanfblüte. Blüten und Blätter zupfen die Macher in Handarbeit vom Strunk.

"Da gehen Stunden drauf", sagt Fidora. Zig Kilo Hanfblüten wurden gesammelt und 1000 Liter in den Sudkessel gefüllt. Sieben Tage dauerte die Hauptgärung, dann muss das Gebräu vier bis sechs Wochen im Kessel lagern. Ständige Kühlung ist wichtig: Die Gärtemperatur darf 1 Grad Celsius nicht überschreiten. Dieser Prozess ist nun abgeschlossen, besagte 1000 Liter sind für den Ausschank bereit. Das nächste Cannabisbier gibt es dann erst wieder in einem Jahr - nach der Ernte im September.

sth



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