Schutz für Friedenstauben Der Vatikan hat keinen Vogel

Nach der tödlichen Attacke einer Möwe und einer Krähe auf die päpstlichen Friedenstauben schien es nur angemessen: Ein speziell ausgebildeter Bussard namens Sylvia sollte angeblich mögliche Angreifer abwehren. Aber die Tauben sind künftig doch auf sich allein gestellt.

REUTERS

Rom - Es waren spektakuläre Bilder, die Anfang des Jahres um die Welt gingen. Die blütenweißen Friedenstauben von Papst Franziskus, in die Lüfte entsandt anlässlich des Angelus-Gebets - und kurze Zeit später Opfer einer angriffslustigen Krähe und Möwe. Da ergab eine Meldung der katholischen Wochenzeitung "Credere" nur Sinn. Das Blatt verbreitete laut Nachrichtenagentur AFP, zum Schutz der päpstlichen Friedenstauben sei ein Wüstenbussard engagiert worden.

Die Schweizergarde habe den Greifvogel namens Sylvia einfliegen lassen, um den Vogel-Frieden am Petersdom wieder herzustellen, so die Zeitung. Der Bussard mit einer Spannweite von bis zu 120 Zentimetern habe sogar ein Spezialtraining in Norditalien absolviert. Sylvia solle auch andere Raubvögel aus dem Kirchenstaat vertreiben.

Von wegen: "Es handelt sich in Wirklichkeit um einen Aprilscherz, der von der Zeitung aufgegriffen wurde", klärte ein Vatikan-Sprecher die AFP auf. Doch da hatte die Meldung schon längst die Runde gemacht.

Ehrenhalber muss man erwähnen: Völlig abwegig scheint die Greifvogel-Wache nicht. Wenn es sich nicht gerade um weißfedrige Friedenstauben handelt, sind die Vögel in Rom eher weniger gern gesehen. Am Kolosseum etwa werden Greifvögel eingesetzt, um Tauben zu vertreiben.

gam/AFP

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dadanchali 10.04.2014
1. Nee
Jetzt muss ein Aprilscherz verspätet dafür herhalten diesen Esoterikverein mit einer Meldung zu beglücken, peinlich!
danielc. 10.04.2014
2. fast schon natürlich
Wenn der natürliche Feind der Tauben mit Reifenprofil daher kommt, ist der Einsatz von Greifvögeln schon fast ein Weg, naturähnliche Verhältnisse herzustellen. Der Gesundheit des städtischen Vogelbestands dürfte das eher zuträglich sein.
hevopi 10.04.2014
3. Aprilscherze im Vatikan
sind doch an der Tagesordnung. Darüber gibt es inzwischen umfangreiche Bücher, leider gehen diese Aprilscherze nicht immer so gut für die Betroffenen aus (sh. Vatikanbank).
Chris_7 10.04.2014
4. Ein wenig Wildbiologie...
Mit etwas Ahnung aus dem Bio-Unterricht wäre auch aufgefallen, dass ein Bussard zur Jagd auf Vögel denkbar ungeeignet ist. Denn er jagt quasi ausschließlich am Boden. Wenn, dann hätte man hier Falken einsetzen müssen, das diese ihre Beute auch in der Luft schlagen.
mczeljk 10.04.2014
5. einfach nur LOL
Herrlich, diese Meldungen aus dem Vatikan! Mehr davon...immer wieder lustig
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