Rom - Ein falscher Bischof hat für Aufregung im Vatikan gesorgt. Er mischte sich für einige Zeit unter die Kardinäle, die dort zur Vorbereitung der Papstwahl eintrafen. Der Mann, angeblich ein Australier oder ein Italiener, trug einen zu kurzen Talar, eine unübliche Kette mit Kruzifix und statt der Schärpe einen violetten Schal, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Demnach fiel der Mann, der sich als Bischof ausgab, schließlich auf dem Platz vor dem Tagungsort unter mehr als hundert Kardinälen auf. Er wurde daraufhin des Vatikan-Geländes verwiesen.
Die Vorbereitungen von Kardinälen aus aller Welt zum Konklave für die Wahl eines neuen Papstes sind unterdessen angelaufen. Wie viele dieser Generalkongregationen es bis zum Beginn des Konklaves geben wird, ist offen. Ein Termin für den Beginn der Wahlversammlung soll festgelegt werden, wenn möglichst alle der erwarteten 115 wahlberechtigten Kardinäle im Kirchenstaat eingetroffen sind. Zwölf Kardinäle mit Stimmrecht fehlten am Nachmittag noch, darunter auch die Deutschen Joachim Meisner, Karl Lehmann und Rainer Maria Woelki, wie Vatikan-Sprecher Federico Lombardi sagte.
Gegen 9 Uhr kamen die Kardinäle zu ihrer ersten Zusammenkunft im Neuen Synodensaal über der Vorhalle der Vatikanischen Audienzhalle zusammen. Teils trafen sie zu Fuß ein wie die Deutschen Reinhard Marx und Walter Kasper, teils im Bus wie die große US-Delegation unter Leitung des Kardinals von New York, Timothy Dolan.
"Wir sind dabei, uns kennenzulernen, uns näherzukommen, dieses Treffen ist notwendig", sagte der französische Kardinal Philippe Xavier Ignace Barbarin nach der ersten Sitzung. Die insgesamt 207 Kardinäle aus allen fünf Kontinenten hatte Kardinaldekan Angelo Sodano per Brief zusammengerufen. Einige sagten alters- oder krankheitsbedingt ab, für 67 von ihnen ist es das erste Konklave.
Wahlberechtigt sind eigentlich 117 Kardinäle, die zum Zeitpunkt des Rücktritts von Papst Benedikt XVI. jünger als 80 Jahre waren. Der 78-jährige Indonesier Julius Riyadi Darmaatmadja ließ sich jedoch aus gesundheitlichen Gründen entschuldigen. Vor wenigen Tagen entschied sich zudem der 74 Jahre alte Brite Keith O'Brien gegen eine Teilnahme, nachdem Vorwürfe sexueller Belästigung gegen ihn laut geworden waren.
Wann das Konklave beginnt, soll im Laufe der Woche entschieden werden. Die Wahl muss spätestens zwischen dem 15. und 20. März starten. Sie kann aber vorgezogen werden, wenn die Kardinäle dies mehrheitlich wollen und alle Wahlberechtigten in Rom sind. Nach dem Willen des Vatikans soll es bis Ostern einen neuen Papst geben.
wit/dpa/AFP
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