Vatikan-Lexikon Kirchenstaat


Vatikanstadt: Nationalflagge
DER SPIEGEL

Vatikanstadt: Nationalflagge

Bis 1870 selbständiges Territorium des Papstes. Durch Schenkungen der Kaiser und des Adels stieg der Kirchenstaat im Mittelalter zum größten Grundbesitzer in Italien auf. Zu ihm gehörten Rom und das Umland, aber auch große Gebiete Süditaliens, Siziliens, Nordafrikas und Sardiniens. Das 1861 gegründete Königreich Italien okkupierte 1870 die päpstlichen Besitztümer, der Papst zog sich als "Gefangener" in den Vatikan zurück.

In den Lateranverträgen von 1929 gestand der italienische Staat dem Papst das jetzige Territorium der Vatikanstadt rund um den Petersdom als autonomes Gebilde zu. Seit 1964 entsendet der Vatikan als Völkerrechtssubjekt "Heiliger Stuhl" einen ständigen Beobachter zu den Vereinten Nationen.

Im vatikanischen Grundgesetz ist die absolute Wahlmonarchie als Staatsform festgeschrieben. Der Pontifex als Souverän des Kirchenstaates besitzt die gesetzgebende, exekutive und richterliche Gewalt. Der Haushalt des Heiligen Stuhls betrug 2003 rund 213 Millionen Euro. Zu den Einnahmen des Vatikanstaates gehören Museumsgebühren, Erlöse für Briefmarken, Münzen und Medaillen.



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