Vatikan Papst ernennt Erzbischof Marx zum Kardinal

Große Ehre und mehr Macht für Reinhard Marx: Papst Benedikt XVI. hat angekündigt, den Münchner Erzbischof zum Kardinal zu ernennen. Auch 23 andere Kirchenvertreter sollen die Auszeichnung erhalten, darunter ein weiterer Deutscher.

Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising: Zum Kardinal berufen
dapd

Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising: Zum Kardinal berufen


Rom - Der Erzbischof von München und Freising, Reinhard Marx, wird zum Kardinal ernannt. Papst Benedikt XVI. kündigte die feierliche Zeremonie der Ernennung an diesem Mittwoch für den 20. November im Vatikan an.

Insgesamt will der Papst 24 neue Kardinäle ernennen. Der 57-jährige Marx wird damit drei Jahre nach seiner Ernennung zum Erzbischof in den Kardinalsstand erhoben. Die Zahl der deutschen Kardinäle erhöht sich auf acht. Von ihnen wären sechs bei einer eventuellen Papstwahl wahlberechtigt.

Von den 24 neuen Kardinälen sind 20 unter 80 Jahre alt, sie könnten also bei einer Papstwahl dabei sein. Ohne das Konsistorium im November wäre die Zahl der wahlberechtigten Kardinäle zum Januar 2011 auf 101 abgesunken. Benedikts Vorgänger Paul VI. hatte zwar im Jahr 1968 festgelegt, dass die Höchstzahl der wahlberechtigten Kardinäle nicht über 120 betragen dürfe. Das wird aber auch als eine Soll-Regel verstanden. Es steht dem Papst frei, mehr Kardinäle zu ernennen.

Benedikt ernennt am 20. November zum dritten Mal in seinem Pontifikat neue Purpurträger. Erst mit dieser Vollversammlung der Kardinäle, dem Konsistorium, erlangt die Ernennung der Kardinäle Rechtswirksamkeit. Sie erhalten dabei vom Papst das Ernennungsdekret und das rote Birett als Kopfbedeckung.

Kardinäle sind die höchsten Würdenträger nach dem Papst und dessen Ratgebern und Mitarbeitern.

Sie haben nicht nur das exklusive Wahlrecht, sondern wählen den Papst traditionell auch aus ihren eigenen Reihen - obwohl auch Kandidaten von außen möglich sind.

Als Vorsitzender der bayerischen Bischofskonferenz hatte Reinhard Marx im Frühjahr dieses Jahres entscheidend zur Absetzung des umstrittenen Augsburger Bischofs Walter Mixa beigetragen.Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, gratulierte Marx zur Kardinalswürde. "Von Anfang an hast du auch in unserer Bischofskonferenz ein gewichtiges Wort mitgeredet und manche Weichen gestellt", schrieb Zollitsch nach einer Mitteilung der Deutschen Bischofskonferenz. Er gratulierte auch dem Kirchenhistoriker Walter Brandmüller, der ebenfalls zum Kardinal ernannt worden war. Brandmüller ist Präsident der Päpstlichen Kommission für Geschichtswissenschaft.

kng/dpa



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reflexxion 20.10.2010
1. Vetterleswirtschaft?
zwei Bayern werden befördert, ein Schelm wer Schlechtes dabei denkt. Eine Frage am Rande, versteht eigentlich irgendein Leser diese ganzen Strukturen der kath. Kirche? Was verdient ein Erzbischof, wieviel mehr bekommt ein Kardinal? Was gibts an Sachleistungen? Selbst katholiken die ich bisher dazu befragt habe, konnten dazu nichts sagen.
Klo, 20.10.2010
2. Logische Entwicklung
Zitat von reflexxionzwei Bayern werden befördert, ein Schelm wer Schlechtes dabei denkt. Eine Frage am Rande, versteht eigentlich irgendein Leser diese ganzen Strukturen der kath. Kirche? Was verdient ein Erzbischof, wieviel mehr bekommt ein Kardinal? Was gibts an Sachleistungen? Selbst katholiken die ich bisher dazu befragt habe, konnten dazu nichts sagen.
Marx ist Westphale und kein Bayer. Natürlich kostet ein Kardinal den deutschen Steuerzahler mehr, als ein Bischof. Übrigens werden natürlich auch Kardinäle nicht aus der Kirchensteuer, sondern vom Staat bezahlt, also auch von den Muslimen, Protestanten und Heiden. Man braucht natürlich nicht fragen, ob die katholische Kirche das Geld von Ungläubigen gerne nimmt. Beim Mammon hört das Christentum bekanntlich auf. Insofern ist die Kardinalisierung von Marx nur logisch. Schaut doch mal nach, was auf kreuz.net dazu steht.
Kosmopolit08 20.10.2010
3. Titel
Zitat von reflexxionzwei Bayern werden befördert, ein Schelm wer Schlechtes dabei denkt. Eine Frage am Rande, versteht eigentlich irgendein Leser diese ganzen Strukturen der kath. Kirche? Was verdient ein Erzbischof, wieviel mehr bekommt ein Kardinal? Was gibts an Sachleistungen? Selbst katholiken die ich bisher dazu befragt habe, konnten dazu nichts sagen.
Also wenn die Bezahlung ähnlich gestaltet wird wie beim Papst, dann erhält ein Erzbischof nichts und ein Kardinal genausowenig. Die Herrschaften werden aber rundum versorgt, mit Nahrung, Kleidung, Behausung und den Lieblichkeiten des Lebens. Die Frage sollte also eher lauten 'Was kosten die Herren'
autocrator 20.10.2010
4. sprachregelung
liebe Journalisten: Kardinäle werden nicht ernannt. Kardinäle werden vom Papst "creiert". Ex nihilo, ein gottgleicher schöpfungsakt, weshalb kardinäle auch ausserhalb der kirchenhierarchie stehen. Zur Creation gehört auch eine römische titularkirche mit meßpflicht. Diese sollte der vollständigkeit halber mit angegeben werden. Es besteht zwar kein anspruch, aber es hat sich eingebürgert, dass die Erzbischöfe von München und Köln nach einer gewissen "wartezeit" fast "automatisch" zu kardinälen creiert werden. Daher ist die creation Marx' nicht sonderlich überraschend.
WinstonSmith. 20.10.2010
5. Bischof
Zitat von reflexxionzwei Bayern werden befördert, ein Schelm wer Schlechtes dabei denkt. Eine Frage am Rande, versteht eigentlich irgendein Leser diese ganzen Strukturen der kath. Kirche? Was verdient ein Erzbischof, wieviel mehr bekommt ein Kardinal? Was gibts an Sachleistungen? Selbst katholiken die ich bisher dazu befragt habe, konnten dazu nichts sagen.
Ich kann Ihnen auch nicht sagen, was mein Chef oder meine Kollegen verdienen. Daher sollten Sie Verständnis haben, wenn Ihnen ein Katholik das nicht aus dem Kopf sagen kann. Für einen Bischof bzw. Erzbischof gilt: Die Gehaltsstufen sind angeglichen an den öffentlichen Dienst. Bischöfe sind in etwa Besoldungsstufe B6, vergleichbar einem Botschafter, Erzbischöfe sind in etwa Besoldungsstufe B 10, vergleichbar dem Präsidenten einer Bundesanstalt. Mit Zulagen etc. liegt das ca. zwischen 10.000 und 13.000 Euro im Monat. Ob der Vatikan für die Ernennung zum Kardinal eine Zulage zahlt, weiss ich leider auch nicht.
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