Anzeige wegen Kindeswohlgefährdung Vegane Mutter setzte Baby auf Nuss-Obst-Diät

Bei einem elf Monate alten Kind im US-Bundesstaat Pennsylvania wurden Entwicklungsstörungen entdeckt. Der Grund sei die vegane Ernährung, die seine Mutter dem Baby aufgezwungen habe, glaubt der Vater.

Nüsse und Beeren
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Nüsse und Beeren


Sie war überzeugte Veganerin - und wollte, dass ihr Sohn ebenso aufwächst. Doch nun wurde eine 33-jährige Mutter im US-Bundesstaat Pennsylvania wegen Kindeswohlgefährdung angezeigt, weil sie ihrem elf Monate alten Kind nur Nüsse und Beeren zu essen gegeben haben soll.

Wie US-Medien berichten, brachte der von der Mutter getrennt lebende Vater das Baby zu einer Kinder- und Jugend-Fürsorgestelle. Das Kind litt an einem Ausschlag am ganzen Körper, der dazu geführt habe, dass es sich teilweise die Haut abgekratzt habe.

Der Vater beklagte sich Gerichtsakten zufolge über die falsche Ernährung durch die Mutter des Kindes, die seiner Aussage nach "besessen" vom Veganismus sei. Sie habe das Kind nur mit kleinen Mengen an Nüssen und Obst gefüttert. Wegen des Ausschlags sei eine Salbe verordnet worden, die sie aber dem Kind verweigert habe.

Ein Kinderarzt in einem Krankenhaus im benachbarten West Virginia untersuchte das Kind und stellte fest, dass der Junge wegen seiner mangelhaften Ernährung Rückstände in seiner Entwicklung aufweise - er könne beispielsweise noch nicht krabbeln. Die Ausschläge hätten zu einem septischen Schock führen können.

Die Mutter machte der "Washington Post" zufolge Allergien für den Hautzustand ihres Sohnes verantwortlich, nicht die Ernährung. Die Frau, die nach Gerichtsunterlagen, aus denen "People" zitiert, bei einer Größe von 1,75 Meter nur 40 Kilogramm wiegt, ist nun angeklagt wegen Gefährdung des Kindeswohls. Sie wurde auf freien Fuß gesetzt, eine Gerichtsverhandlung ist für November geplant.

Der Junge lebt nun bei seinem Vater. Seine Tante sagte dem lokalen CBS-Fernsehsender: "Es geht ihm gut", seine Lage habe sich komplett verbessert.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung warnt vor Nährstoffmangel bei veganer Ernährung von Kindern. Auf eine ausreichende Zufuhr von "Energie, Protein, langkettigen n-3 Fettsäuren, Eisen, Calcium, Jod, Zink, Riboflavin, Vitamin B12 und Vitamin D" müsse besonders geachtet werden. Dafür seien "spezielle Kenntnisse der Lebensmittelauswahl und -zubereitung bzw. die Sicherstellung der Versorgung durch angereicherte Lebensmittel oder Supplemente erforderlich."

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 99 Beiträge
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mischamai 08.10.2016
1. weg damit
Wer sein Kind nicht artgerecht ernähren möchte dem sollte man es zwangsentziehen.Diese Spätfolgen trägt später natürlich wieder der Staat.
gutmichl 08.10.2016
2. veganer Irrsinn
Auch wenn man in diversen Bio-Shops sich vor Lobpreisungen der "veganen Lebensweise" nicht mehr retten kann, so stellt man bei konsequenten Veganern meist einen körperlichen Verfall fest. Es erscheint wie eine Sucht, seinen Körper in diese Lebensweise zu zwingen. Traurig wird es immer, wenn dieser Irrglaube auf Kinder oder auch Haustiere übertragen werden soll.
pauleschnueter 08.10.2016
3.
"spezielle Kenntnisse der Lebensmittelauswahl und -zubereitung bzw. die Sicherstellung der Versorgung durch angereicherte Lebensmittel oder Supplemente erforderlich." Genau. Weil das passt ja genau in des Welterklärungsmuster dieser Menschen, sich was sagen zu lassen und dann auch noch Pillen zu schlucken.
sandpapier 08.10.2016
4. Essstörung
"Magersüchtige Mutter" sollte die Überschrift lauten. Vegan ist hier wohl eher das Deckmäntelchen für eine Frau, die an Anorexia nervosa leidet. Magersüchtige fühlen sich grundsätzlich sehr zu vegetarischer/veganer Ernährung hingezogen, zum einen weil dadurch z.B. tierische Fette leicht(er) vermieden werden können, zum anderen weil dadurch eine Essstörung sozial besser versteckt werden kann. Die Grenze zwischen Magersucht und Veganismus/Vegetarismus dürfte bei Vielen fließend sein.
Topf Gun 08.10.2016
5. Dekadent
Ich sag da nur: Dekadenz Wenn ich solche Sachen lese, wie Veganer, dann brauche ich mir nur die Erzählungen meines Vaters von der Flucht aus Ostpreussen und seine jahrelange Irrfahrt wieder ins Gedächtnis zu rufen. Er hat mir eindrücklich erzählt, was der Mensch alles essen kann, wenn er Hunger hat......
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