Venedig Deutscher Tourist stirbt bei Gondel-Unfall

Bei der Kollision eines Wassertaxis mit einer Gondel ist in Venedig ein Tourist aus Deutschland ums Leben gekommen. Er wurde zwischen den Booten eingequetscht, auch seine dreijährige Tochter wurde verletzt. Der Vorfall befeuert Diskussionen darüber, ob auf den Kanälen zu viel Verkehr herrscht.

Polizisten an der Rialto-Brücke: Tödlicher Unfall auf dem Canal Grande
DPA

Polizisten an der Rialto-Brücke: Tödlicher Unfall auf dem Canal Grande


Venedig - Das Unglück ereignete sich am Samstagmittag in der Nähe der berühmten Rialto-Brücke: Ein deutscher Tourist ist in Venedig bei einem Gondelunfall gestorben. Der 50-jährige Mann hatte Medienberichten zufolge am Samstag mit seiner Familie einen Ausflug auf dem Canal Grande unternommen, als die Gondel mit einem Vaporetto-Wasserbus zusammenstieß.

Der Kapitän des Vaporettos gab an, er habe die Kontrolle über sein Schiff verloren, als er versuchte, Gondeln und Wassertaxis an der Brücke auszuweichen, wie die Lokalzeitung "Il Gazzetino" berichtete. Der Tourist wurde bei der Kollision schwer verletzt, ersten Erkenntnissen zufolge wurde er zwischen beiden Booten zerquetscht. Helfer hatten versucht, ihn noch an der Unfallstelle zu reanimieren, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa. Beim Eintreffen im Krankenhaus wurde der Mann für tot erklärt. In ersten Berichten hatte es geheißen, der Deutsche sei erst im Krankenhaus gestorben.

Eine drei Jahre alte Tochter erlitt eine Gehirnerschütterung und Verletzungen im Gesicht. Sie wurde nach Padua in ein Krankenhaus gebracht. Die Ehefrau, die beiden Söhne des Paares und der Gondoliere fielen ins Wasser, blieben aber unverletzt. Sie stehen unter ärztlicher Beobachtung.

Zu viele Boote in der Lagune?

Der Vaporetto-Kapitän und der Gondoliere wurden bereits von dem ermittelnden Staatsanwalt verhört, meldete Ansa. Der Wasserbus der städtischen Verkehrsgesellschaft Actv war in Richtung Markusplatz unterwegs. Wie die Tageszeitung "Corriere della Sera" meldete, waren zum Unglückszeitpunkt drei Wasserbusse an der Rialto-Brücke.

Die Touristengondeln pausierten seit 16 Uhr, sagte Nicola Falconi, Präsident der Gondoliere-Vereinigung, der Nachrichtenagentur Ansa. Die Aktion solle bis Sonntag dauern. Die Vereinigung wolle zudem die Familie des Opfers unterstützen, fügte Falconi hinzu. Er bot Hilfe für die Beerdigung an.

Vertreter der Gondolieri kritisierten die große Zahl von Booten und Wasserbussen auf dem Canal Grande, der Hauptverkehrsader Venedigs. "Wir haben schon oft gesagt, dass der Verkehr zu viel und zu schnell ist, aber niemand hört auf uns", sagte der Chef der Gondolieri-Gewerkschaft, Aldo Rato, gegenüber Ansa. Fahrten mit den traditionsreichen Booten zählen zu den beliebtesten Touristenaktivitäten in Venedig.

"Ich bin sehr erschüttert", sagte der venezianische Bürgermeister Giorgio Orsoni. Bei dem Unglück sei wohl auch Schicksal im Spiel gewesen. Aber eine bessere Regelung des Verkehrs müsse in Angriff genommen werden, fügte er hinzu.

sto/dpa/AFP

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