Verschollenes Flugzeug: Hunderte suchen nach Modeunternehmer Missoni

Die venezolanischen Behörden befürchten das Schlimmste, dennoch geht die Suche nach dem vermissten Flugzeug von Vittorio Missoni mit einem Großaufgebot weiter. Die Rettungskräfte vermuten, dass die Maschine mit dem italienischen Modehaus-Chef ins Meer gestürzt ist.

Suche in Venezuela: Flugzeug von Missoni-Chef vermisst Fotos
REUTERS/Ministry of Interior and Justice

Caracas - Mit rund 400 Einsatzkräften suchen die Behörden in Venezuela nach dem vermissten Kleinflugzeug des italienischen Modehaus-Chefs Vittorio Missoni. Nach Angaben des venezolanischen Luftfahrtdirektors Francisco Paz Fleitas haben zwei Hubschrauber, mehrere Flugzeuge, zehn Motorboote, zwei Schiffe der Küstenwache sowie 29 Taucher bereits eine Fläche von 360 Quadratmeilen durchkämmt.

Die Suche gestaltet sich aufgrund der rauen See jedoch schwierig, meldete die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Laut der kolumbianischen Zeitung "El Tiempo" vermuten die Behörden, dass die Maschine ins Meer gestürzt ist und von der Strömung abgetrieben wurde.

Am Freitag war der Kontakt mit dem Kleinflugzeug vom Typ BN-2 Islander - nach Informationen der Zeitung "Corriere della Serra" Baujahr 1968 - kurz nach dem Start auf der Inselgruppe Los Roques abgebrochen. Die Maschine sollte in die Hauptstadt Caracas fliegen, eine Flugdauer von 42 Minuten war angesetzt. An Bord waren neben den beiden Piloten und Missoni noch die Lebensgefährtin des Modehaus-Chefs sowie ein befreundetes Unternehmerpaar.

Missonis Sohn hofft

Der älteste Sohn des Modehaus-Gründers Ottavio Missoni (91) hatte Weihnachten und Neujahr auf Los Roques mit seiner Frau und vier weiteren italienischen Freunden verbracht. Dort hatten sie ein Fischerboot gemietet, berichtete die Zeitung "El Nacional". Eines der befreundeten Paare sei am Freitag auf den Inseln geblieben, während die anderen vier das Flugzeug nahmen, um von Caracas aus nach Europa zurückzufliegen.

Die Inselgruppe gilt wegen ihrer Korallenriffe als Taucherparadies und ist bekannt für schöne Strände. Luca Missoni, der Bruder des Vermissten, reiste nach Venezuela, um die Suche von dort aus zu verfolgen. Vittorio Missonis Sohn Ottavio Jr. schrieb bei Twitter: "Bitte helft uns, meinen Vater zu finden!" In einer Erklärung bat die Missoni-Familie darum, ihre Privatsphäre zu respektieren.

Vor fast genau fünf Jahren hatte es auf derselben Flugstrecke ein Flugzeugunglück gegeben. Bis heute sind 13 der 14 Insassen verschollen, nur die Leiche des Co-Piloten hatte aus dem Wasser geborgen werden können. Unter den Opfern waren acht Italiener.

max/dpa

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