Verbrennungen Haakon gibt Maischberger keine Schuld

"Es ist okay", so der Kommentar des norwegischen Kronprinzen Haakon. Niemand sei an den Verbrennungen schuld, die Mette-Marit und er bei einem n-tv-Interview mit Sandra Maischberger erlitten hätten. Die Prinzessin sitzt derweil in einer abgedunkelten Wohnung und wird mit Cortison behandelt.


Mette Marit beim n-tv-Interview: Scheinwerfer von rechts
DDP

Mette Marit beim n-tv-Interview: Scheinwerfer von rechts

Hamburg/München - "Niemand konnte das vorhersehen", sagte der Thronfolger in München zu dem Zwischenfall. Wie die norwegische Tageszeitung "Dagbladet" berichtete, muss die Prinzessin, die sich wochenlang auf den Deutschlandbesuch vorbereitet hatte, nun in einer verdunkelten Wohnung bleiben. Nach Angaben der Ärzte in Oslo wird sie mit einer heilenden und Schmerz stillenden Cortisonsalbe behandelt. Bei einem Aufenthalt im Freien würde Mette-Marit dauerhafte Verletzungen riskieren, hieß es. "Wenn sie drinnen bleibt und die Salbe regelmäßig benutzt, sollten die Resultate ziemlich gut sein", sagte Hautarzt Nils-Joergen Moerk. Auch Haakon solle während seines Deutschlandbesuchs Aktivitäten draußen bei viel Sonnenlicht möglichst vermeiden.

Zuvor hatte der norwegische Königshof indirekt durchblicken lassen, das technische Equipment der Maischberger-Crew könnte für die Verbrennungen verantwortlich sein. Die n-tv-Talkerin hatte solche Vorwürfe weit von sich gewiesen. Die Scheinwerfer seien alle gesichert. Die Hautverbrennungen des Kronprinzenpaares können nach Darstellung von Maischberger nicht von den Lampen herrühren. Sie sagte der "Bild"-Zeitung, die 400 Watt starken Kobold-HMI-Lampen hätten ein Sicherheitssystem und "gehen ohne Filter gar nicht an". Sie habe am Wochenende mehrmals mit dem Königshof telefoniert, sagte Maischberger. "Dort macht man uns keinen Vorwurf. Sie wissen, dass unsere Lampen die Verbrennungen nicht verursacht haben." Bereits am Wochenende hatte Maischberger darauf hingewiesen, dass sie das Paar noch gefragt habe, ob das Interview nicht lieber in der Residenz stattfinden solle. "Doch die beiden meinten, die frühlingshafte Atmosphäre im Garten sei ein viel schönerer Hintergrund."

Auch Prinz Haakon zog sich Verbrennungen zu
REUTERS

Auch Prinz Haakon zog sich Verbrennungen zu

Wie es zu den Verbrennungen kam, könne sie sich nicht erklären. Die verwendeten Lampen seien gecheckt worden. Sie vermute, dass das ungewöhnlich heiße Sonnenlicht vom Glas der Scheinwerfer noch reflektiert und damit verstärkt wurde. Auch zwei Kameraleute hätten einen Sonnenbrand bei den Aufnahmen bekommen, einer habe auch Augenbeschwerden. Sie selbst habe einen Puder mit UV-Schutz aufgelegt und an Stellen, die ausgespart waren, ebenfalls Rötungen bekommen. "Ich bin untröstlich", sagte Maischberger. Die Moderatorin hat nach eigenen Worten "ein halbes Magengeschwür vor Sorge um die beiden".

Maischberger habe sich über einen ihrer Beleuchter gewundert, dem schlecht geworden sei, hatte die "Bild am Sonntag" zuvor berichtet. Hofsprecherin Wenche Rasch habe im norwegischen Rundfunk indirekt das deutsche TV-Team für die Verletzungen verantwortlich gemacht. Die Verbrennungen seien bei beiden auf der rechten Gesichtshälfte entstanden, auf die das Scheinwerferlicht gerichtet gewesen sei. Das Sonnenlicht sei von links gekommen.

Das 45-minütige Interview, das am Montag ab 17.15 Uhr bei n-tv gesendet werden sollte, war vergangenen Mittwoch im Freien aufgenommen worden.

Mette-Marit zeigte sich sehr enttäuscht, dass sie ihren Mann allein nach Deutschland reisen lassen musste. Sie sei persönlich stark betroffen, sagte Hofsprecherin Rasch am Sonntag im Rundfunk. "Sie ist furchtbar traurig und bedauert zutiefst, dass das alles passiert ist." Hoffnungen, die Kronprinzessin könne ihrem Mann im Laufe der Woche nach Deutschland nachreisen, machten die Ärzte nicht: Das sei "höchst unwahrscheinlich".



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