Vergiftungsgefahr Gefährliche Schönfärberei im Fischregal

Was frisch aussieht, verkauft sich gut - was nicht frisch ist, kann man färben: Nach diesem Motto scheinen viele Verkäufer von Fischprodukten zu verfahren. Nach Informationen des SPIEGEL fanden Lebensmittelprüfer bis zu 40 Prozent manipulierte Ware - und die ist alles andere als ungefährlich.


Das Auge isst mit: Nur was frisch aussieht, wird gekauft
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Das Auge isst mit: Nur was frisch aussieht, wird gekauft

Tiefgefrorene Thunfischfilets und -steaks sind häufig farbmanipuliert und setzen die Käufer einem erhöhten Gesundheitsrisiko aus. Die unzulässige Behandlung mit dem Gas Kohlenmonoxid (CO) verleiht dem Fisch einen himbeerartigen Rot-Ton. Die Farbe täusche Frische vor und verblasse auch dann nicht, "wenn das Fleisch qualitativ verschlechtert oder gar verdorben ist", so das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Karlsruhe.

Durch diese Kosmetik wachse die Gefahr einer Vergiftung mit Histamin, einem Gewebehormon, dessen Gehalt in verdorbenem Fisch erhöht ist. Damit können Kopfschmerzen, Übelkeit und Schwindel verbunden sein, aber auch schwere allergische Reaktionen.

Das Karlsruher CVUA fand jetzt bei 14 von 35 untersuchten Thunfischzuschnitten aus dem Handel Hinweise auf die illegale Farbmanipulation. Das entspricht einer Beanstandungsquote von 40 Prozent. Auch ein Schwertfischsteak fiel durch verräterisch hohe CO-Gehalte auf. Den Farbpfusch betreiben laut CVUA "sowohl inländische als auch ausländische Firmen, die Rohware stammt üblicherweise aus dem asiatischen Raum". Obwohl Untersuchungseinrichtungen in Hamburg und Cuxhaven in der Vergangenheit zu ähnlichen Befunden kamen, scheint die Schönfärberei unvermindert praktiziert zu werden.



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