Verkaufsverbot: Niederlande unterbinden Haschisch-Tourismus

Schlechte Nachricht für deutsche Cannabis-Freunde: Die Niederlande verbieten ihren Coffee-Shops, Drogen an Ausländer zu verkaufen. Künftig dürfen die Kifferbuden nur noch Clubmitglieder bedienen.

Coffeeshop-Besucher in Amsterdam: Marihuana ab Sommer nur noch für Clubmitglieder Zur Großansicht
REUTERS

Coffeeshop-Besucher in Amsterdam: Marihuana ab Sommer nur noch für Clubmitglieder

Amsterdam - Ausländer dürfen in den niederländischen Haschisch-Kneipen bald nicht mehr bedient werden. Damit will die konservative Regierung in Den Haag dem Drogentourismus das Wasser abgraben. Für die anreisenden Kiffer gibt es allerdings eine "Gnadenfrist": Mit der Umsetzung der jetzt vom Kabinett beschlossenen Anti-Drogen-Maßnahmen soll erst nach dem Sommer begonnen werden. Das bestätigte das Justizministerium am Samstag.

Dann müssen schrittweise sämtliche rund 670 Coffeeshops, in denen bislang der Verkauf und Verzehr von Marihuana, Haschisch und anderen Softdrogen offiziell geduldet wird, in geschlossene Clubs umgewandelt werden. Sie können ihre Hanfprodukte zwar an Clubmitglieder verkaufen, Ausländer sind davon aber ausgeschlossen.

Nur volljährige Niederländer dürfen als Mitglieder aufgenommen werden, erläuterte Justizminister Ivo Opstelten von der rechtsliberalen Volkspartei für Freiheit und Demokratie (VVD). Sie müssten künftig Mitgliedskarte und Ausweis vorzeigen, um eingelassen zu werden. Zudem werde die Zahl der zulässigen Mitglieder pro Haschisch-Club auf 1000 bis 1500 begrenzt.

Der Regierung sei klar, dass dadurch weniger ausländische Touristen die Niederlande besuchen werden, erklärte der Minister. Hauptziel sei aber die Eindämmung der Organisierten Kriminalität, die sich in den letzten Jahren rund um die Coffeeshops entwickelt habe. Politiker der Opposition warnten, die Maßnahmen würden dazu führen, dass der illegale Straßenhandel mit Drogen wieder aufblüht.

cte/dpa

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insgesamt 507 Beiträge
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1. ....
Pepito_Sbazzagutti 28.05.2011
Atmen bleibt EU-weit (noch) erlaubt.
2. Logik??
Deutscher__Michel 28.05.2011
Man möchte die illegalen Tätigkeiten in der UMGEBUNG von Coffeeshops bekämpfen in dem man den legalen Vertrieb verbietet? Die logik kann wieder nur aus konservativen Politiker Köpfen kommen...
3. ohne
Der Markt 28.05.2011
Obwohl ich Drogen ablehne, bin ich für die Legalisierung. So wäre gesichert, dass das Drogenzeug rein ist und der Staat könnte Steuern erheben. Außerdem bin ich sicher, dass der Drogenkonsum sinken würde. Wenn die Teufelsdroge Alkohol erlaubt ist, muss man im Gegenzug auch Haschisch legalisieren, alles Andere ist verlogen.
4. Kifferbuden
Claudio Soriano 28.05.2011
Zitat von sysopSchlechte Nachricht für deutsche Haschisch-Freunde: Die Niederlande verbieten ihren Coffee-Shops, Drogen an Ausländer zu verkaufen. Künftig dürfen die Kifferbuden nur noch Clubmitglieder bedienen. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,765462,00.html
zu,oder die Deutschen sollen wieder Grenzkontrollen einführen.Diese Regelung führt nur dazu,das sogenannte Clubmitglieder,die Drogen zu erhöhten Preisen an Ausländer verkaufen werden! Dem kleinen räuberischen Volk an der Nordseeküste muß dieser Geldhahn zugedreht werden! Auf Kommentare evtl. Kiffer verzichte ich!
5. Ein Irrweg....
diamorphin 28.05.2011
Ein solches Verbot wird nichts bringen. Zudem kann ich mir schon vorstellen, wie Einheimische da Profit rausschlagen, in dem sie für Ausländer das Cannabis erwerben in den Coffee Shops und es dann halt einfach auf der Strasse weiterverkaufen an die Drogentouristen. Aber wie ich immer zu sagen pflege, gerade an die Eltern hier, es gibt keinen Weg, jemanden vor Drogen zu bewahren mittels Gesetzen. Es gibt nur einen einzigen Weg: Ein Kind zu einem verantwortungsbewussten, denkenden und vorrausschauenden (also Gefahren abwägen zu können und auch nein sagen zu können) Menschen zu erziehen. Denn was den Konsum von Drogen angeht - zu dem Zeitpunkt wo die jungen Menschen erstmals was angeboten wird wie ein Joint etwa, da ist dann keine Mutti da, kein Papa, kein Präventions-Fachmann, kein Polizeibeamter usw. Daher muss der Mensch fähig sein, selbst Entscheidungen zu fällen und auch ggf.auf die Möglichkeiten des Konsums und Erwerbs zu verzichten. Aber eben.. im Zuge der EU-Diktatur werden solche Oasen wie NL mit dem Cannabis-Verkauf ohnehin verschwinden. Es wird alles gleichgeschaltet halt. Da lobe ich mir die Schweiz, zwar kam die Hanf-Initiative nicht durch beim Volk, aber hey, wir haben immer die Möglichkeit, über sowas abzustimmen, ob wir es legalisieren möchten oder nicht. Im Ausland wäre sowas unvorstellbar, etwa in DE, das das Volk entscheiden dürfte, ob es Cannabis legalisieren will oder nicht.
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