Bericht des Verkehrsministeriums Hunderte Flugzeugteile fallen auf Deutschland

Schrauben, Abdeckklappen, Zusatztanks: Seit 2008 fielen laut Verkehrsministerium Hunderte Flugzeugteile vom Himmel. Der Großteil stammt von Militärmaschinen.

Militärmaschine (Symbolbild)
AP

Militärmaschine (Symbolbild)


Mehr als 400 Flugzeugteile sind in den vergangenen zehn Jahren auf Deutschland gestürzt. Das geht aus der Antwort des Verkehrsministeriums auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen hervor. In keinem Fall sei jemand schwerer verletzt worden. Zuerst hatte die "Süddeutsche Zeitung" berichtet.

Für die Jahre 2008 bis 2018 werden in dem Schreiben 57 Fälle aus der zivilen Luftfahrt aufgeführt sowie 351 Fälle, in denen Militärmaschinen ein Bauteil verloren. Dabei handele es sich oft um Kleinteile wie Schrauben oder Abdeckklappen. Es seien aber auch Gegenstände wie ein sechs Meter langer Zusatztank oder ein zwölf Kilogramm schweres Teil der Triebwerksverkleidung herabgestürzt.

In einem Mainzer Garten in der Einflugschneise des Frankfurter Flughafens war Anfang Juni ein eineinhalb Meter langes Gummiteil gefunden worden, das sich womöglich von einem Flugzeug gelöst hatte. Trotzdem sind dem Verkehrsministerium nach eigenen Angaben keine Fälle bekannt, "bei denen seit dem Jahr 2008 durch herabgestürzte Flugzeugteile Siedlungsgebiete betroffen waren".

Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Daniela Wagner vermutet deshalb eine hohe Dunkelziffer. "Angesichts der Gefahr, die von herabfallenden Flugzeugteilen ausgeht, ist jedes Ereignis eines zu viel", sagte sie. Der Luftfahrzeugtechniker Klaus Wolf von der Technischen Universität Dresden rät in der "Süddeutschen Zeitung" hingegen zur Gelassenheit: Gemessen am gesamten Luftverkehr sei die Zahl der Fälle verschwindend gering.

bbr/dpa

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