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Niederlande: Verletzte nach heftigen Explosionen in Chemiewerk

Bei einem schweren Brand in einem Chemiewerk des Ölkonzerns Shell haben mindestens zwei Menschen Verbrennungen erlitten. In der Nacht hatten mehrere Explosionen die petrochemische Anlage südöstlich von Rotterdam erschüttert.

Rotterdam - In einem Chemiewerk des Ölkonzerns Shell im niederländischen Moerdijk haben mehrere Explosionen einen Großbrand ausgelöst. Zwei bis vier Menschen seien leicht verletzt worden, meldeten die Sicherheitsbehörden der niederländischen Provinz Nordbrabant.

Die Opfer seien mit Verbrennungen ins Krankenhaus gebracht worden, erklärte der Bürgermeister von Moerdijk, Jac Klijs, in der Nacht zu Mittwoch. Die Rauchschwaden seien für die Anwohner nicht gefährlich. Dennoch rieten die Behörden der Bevölkerung, die Fenster geschlossen zu halten, um Augen und Atemwege zu schützen.

Die Detonationen hatten sich den Behörden zufolge gegen 23 Uhr während eines Schichtwechsels ereignet. Kurz darauf sei in dem Komplex, der etwa 40 Kilometer von Rotterdam entfernt liegt, Feuer ausgebrochen.

"Enorme Explosionen"

Anwohner sagten dem örtlichen Rundfunksender Omroep Brabant, sie hätten "zwei enorme Explosionen" gehört. Die Erde habe wie bei einem Beben gezittert. Zeugen berichteten von meterhohen Flammen, die von der Feuerwehr bekämpft wurden. Der Feuerball war nach Berichten des niederländischen Fernsehens mehrere Kilometer weit bis nach Rotterdam zu sehen. Ab etwa 0.30 Uhr war der Brand weitgehend unter Kontrolle.

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Niederlande: Brand in Chemiewerk
Die Ursache der Detonation in der petrochemischen Anlage in Moerdijk südöstlich von Rotterdam war zunächst nicht bekannt. In dem 320 Hektar großen Industriekomplex stellt Shell Stoffe aus Ölderivaten her, die unter anderem für die Produktion von Latexfarben und Synthetikfasern benutzt werden.

Ersten Meldungen niederländischer Medien zufolge trat bei dem Unfall Ethylbenzol aus, allerdings nicht in gesundheitsgefährdender Konzentration, wie es hieß. Erst 2011 war es in Moerdijk beim Unternehmen Chemie-Pack zu einem schweren Zwischenfall gekommen: Damals traten große Mengen Chemikalien aus, mindestens 20 Menschen mussten wegen gesundheitlicher Probleme im Krankenhaus behandelt werden, weitere 150 klagten über Beschwerden.

ala/AFP/dpa

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