Verschollenes Flugzeug Auch australische Crew sichtet verdächtiges Treibgut

Die Hinweise auf mögliche Wrackteile der vermissten Boeing 777 im südlichen Indischen Ozean verdichten sich. Die Besatzung eines australischen Flugzeugs hat jetzt zwei weitere Objekte im Wasser gesichtet. Schon in wenigen Stunden könnten sie geborgen werden.

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Perth - In die Suche nach möglichen Trümmerteilen des verschollenen Malaysia-Airlines-Fluges MH370 scheint Bewegung zu kommen. Nachdem bereits am Montagmorgen die Besatzung einer chinesischen Militärmaschine mehrere Objekte im Wasser gesichtet hatte, gab es jetzt auch von einem australischen Suchflugzeug entsprechende Meldungen.

Demnach entdeckte die Crew einer Lockheed P-3 Orion mögliche Wrackteile im Suchgebiet südwestlich von Perth. Es handele sich um andere Teile als jene, die die Chinesen zuvor gesichtet hatten, berichtete die australische Seesicherheitsbehörde Amsa. Ein Teil sei rund und grün, das andere orangefarben und rechteckig.

Das australische Versorgungsschiff HMAS "Success" befindet sich in der Nähe. Wenn es die Teile finden kann, könnten sie bereits in den nächsten Stunden geborgen werden, sagte der malaysische Verkehrsminister Hishammuddin Hussein vor der Presse in Kuala Lumpur.

"Mehrere verdächtige Objekte"

Zuvor hatte die Besatzung einer chinesischen Militärmaschine vom Typ Iljuschin-76 bei ihrem ersten Einsatz im Suchgebiet "mehrere verdächtige Objekte" gesichtet, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua meldete. Demnach handelte es sich um "zwei vergleichsweise große, schwimmende Teile" sowie "viele kleinere, weiße Teile" verteilt in einem Radius von einigen Kilometern. "Wir können aber noch nicht beurteilen, ob sie mit der verschollenen Boeing zusammenhängen", sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Peking.

Weil der Treibstoffvorrat der Iljuschin zur Neige ging, musste sie nach der Sichtung zum Stützpunkt Pearce in Australien zurückkehren. Die Amsa erhielt die genauen Koordinaten des Fundortes und wies andere Suchflugzeuge an, die Stelle zu überfliegen und wenn möglich Fotos zu machen.

Zu der Stelle, an der die möglichen Trümmerteile gesichtet wurden, sind inzwischen der mit Hubschraubern ausgestattete chinesische Eisbrecher "Schneedrache" sowie zwei Schiffe der chinesischen Marine unterwegs. Laut chinesischem Außenministerium werden sie allerdings erst am Dienstag oder Mittwoch in der Region ankommen.

Keine Probleme mit Zyklon

An der Suche sind bislang neben den beiden chinesischen Iljuschins auch zwei japanische Maschinen, ein US-amerikanisches sowie ein australisches Flugzeug beteiligt. Sorgen, dass der nahende Zyklon "Gillian" die Suchaktion behindern könnte, zerstreuten sich inzwischen, wie der australische Wetterdienst berichtet.

Ein Problem bei der Suche rund 2500 Kilometer südwestlich von Perth ist unter anderem die starke Strömung in der Region zwischen Australien und der Antarktis. "Sie treibt die Teile in zwei Sekunden einen Meter weit", sagt Meeresforscher Charitha Pattiaratchi von der Universität Westaustraliens in Perth. Die Teile dürften von einer möglichen Absturzstelle bis Montag rund 700 Kilometer Richtung Osten gedriftet sein.

Fraglich ist auch, ob die Zeit reicht, um die Blackbox der Maschine zu finden. Der Metallbehälter könnte alle relevanten Daten wie Kurs und Tempo des Flugs MH370 liefern. Solche Kästen senden aber nur etwa 30 Tage lang ein Signal zur Ortung, dann ist die Batterie leer. Die Maschine wird seit dem 8. März vermisst. Funkstille wäre demnach etwa ab dem 7. April. Die Signale sind nach Angaben von Experten noch aus mehr als 4000 Metern Wassertiefe zu empfangen.

Ortungsgerät auf dem Weg ins Suchgebiet

Ein entsprechendes Spezialgerät zur Ortung ist bereits auf dem Weg in die Region; es wird von der US-Marine eingeflogen. Dieser Schritt sei allerdings nicht als Bestätigung eines Fundes zu verstehen, teilte Kommandant Chris Budde mit. Vielmehr handele es sich um eine vorsorgliche Maßnahme. "Wenn Trümmer gefunden werden, können wir auf diese Weise schnellstmöglich reagieren."

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Die Boeing 777-200 der Malaysia Airlines war am 8. März mit 239 Menschen an Bord auf dem Flug von Kuala Lumpur nach Peking von den Radarschirmen verschwunden. Über die Ursachen gibt es nur Mutmaßungen. Sie reichen von technischen Problemen über Sabotage bis hin zu einer Entführung.

Seit Tagen wird nach Teilen gesucht, die auf chinesischen und US-amerikanischen Satellitenbildern zu sehen waren. Am Samstag wurde zudem bei einem Überflug eine Holzpalette gesichtet. Am Sonntag teilte dann das malaysische Verkehrsministerium mit, neue französische Satellitenaufnahmen zeigten schwimmende Gegenstände im Suchgebiet.

Malaysia-Airlines-Maschine notgelandet

Unterdessen gab es bei Malaysia Airlines einen weiteren Zwischenfall. So musste ein Airbus A330-300 auf dem Weg von Kuala Lumpur in die südkoreanische Hauptstadt Seoul in Hongkong notlanden, nachdem es Probleme mit der Stromversorgung an Bord gegeben hatte.

Die Fluglinie nannte einen "ausgefallenen Generator" als Grund für die Notlandung. Die Stromversorgung sei aber von einem Hilfsgenerator aufrechterhalten worden. Die Maschine sei "ohne Zwischenfälle" in Hongkong gelandet. Die 271 Fluggäste reisten demnach in anderen Maschinen weiter.

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Seite 1
Olaf 24.03.2014
1.
Zitat von sysopGetty ImagesDie Hinweise auf mögliche Wrackteile der vermissten Boeing 777 im südlichen Indischen Ozean verdichten sich. Die Besatzung eines australischen Flugzeugs hat jetzt zwei weitere Objekte im Wasser gesichtet. Schon in wenigen Stunden könnten sie geborgen werden. http://www.spiegel.de/panorama/vermisste-boeing-australier-sichten-moegliche-teile-von-mh370-a-960391.html
Die Hinweise verdichten sich. Man sucht anscheinend an der richtigen Stelle und es ist wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis man Flugzeugtrümmer bergen wird.
lies.das 24.03.2014
2. Brannte die Lithium-Akku-Fracht?
Laut "Daily Mail"(24.3.) war eine große Ladung Lithium-Batterien im Frachtraum des Flugzeugs. Wegen der Brandgefahr sind größere, hochenergetischer Lithium-Batterien als Fluggepäck strikt verboten. Es gab bereits weltweit 140 "Midair"-Zwischenfälle wegen Lithiumakkus in Flugzeugen. Was passiert, wenn eine einzelne Batterie durch Kurzschluss durchbrennt - und die gesamte, dichtgepackte Akku-Palette im Laderaum explodiert? Die gewaltige Stichflamme schmilzt ein großes Loch in den Rumpf, schlagartig entsteht ruckartiger Druckabfall im Frachtraum. Als Folge bricht der Fußboden im gesamten Passagier-Raums wegen des dortigen Luftüberdrucks nach unten weg - er ist dafür ja nicht ausgelegt. Das zerreißt die elektrischen Kommunikationsleitungen, die in der Bodenplatte verlaufen - der Strom fällt aus. Viele der Passagiere können wegen des durchgesackten Kabinenbodens und im Kondensationsnebel (schlagartiger Druckabfall in 11.000 m Höhe) die herabfallenden Sauerstoff-Notfallmasken nicht mehr erreichen. Sie werden in wenigen Sekunden ohnmächtig und ersticken. Nur die geübten Piloten beherrschen den schnellen Griff zur Notfallmaske - sie überleben den Druckabfall. Um nicht abzuschmieren drohen, geben sie zunächst vollen Schub, steigen daher kurz auf 13.700 m (laut Transponder-Daten). Vielleicht können sie ja nur noch mit Triebwerkschub steuern, weil auch die Ruder ausgefallen sind. Auch Sprechfunk und alle Navigationssysteme sind mangels Strom tot, nur die Triebwerke funken noch kurze Zeit ihr autonomes "Ping"-Signal. Da der Notsauerstoff für die Atemmasken bald zu Ende geht, reduzieren die Piloten die Triebwerk-Leistung und sinken auf 7 - 4000 m Höhe. Das sind die letzten, bekanntgewordenen Daten. In dieser Phase könnten die Piloten ohnmächtig geworden sein - nachdem sie den Autopilot am Heading-Knopf noch auf "Geradeausflug" gestellt haben. Die Maschine flog dann quasi "ohne Piloten" noch stundenlang tausende Kilometer geradeaus weiter, bis sie mangels Treibstoff im Gleitflug ins Meer stürzte. Letzteres hält auch Niki Lauda in eine Interview für möglich, der selbst erfahrener Verkehrspilot ist. Die Frage ist: Dürfen wirklich ganze Paletten mit vielen Lithium-Ersatzbatterien in Flugzeugen transportiert werden? Als Fluggepäck ist die Mitnahme von hochenergetischen Lithium-Batterien verboten (Ausnahme: kleine Handys, Laptops). Die malaysische Security sah bei der riskanten Fracht nach eigenen Angaben "no problem". Vielleicht war das das Problem
Hans58 24.03.2014
3.
Zitat von lies.dasLaut "Daily Mail"(24.3.) war eine große Ladung Lithium-Batterien im Frachtraum des Flugzeugs. Wegen der Brandgefahr sind größere, hochenergetischer Lithium-Batterien als Fluggepäck strikt verboten. Es gab bereits weltweit 140 "Midair"-Zwischenfälle wegen Lithiumakkus in Flugzeugen. Was passiert, wenn eine einzelne Batterie durch Kurzschluss durchbrennt - und die gesamte, dichtgepackte Akku-Palette im Laderaum explodiert? Die gewaltige Stichflamme schmilzt ein großes Loch in den Rumpf, schlagartig entsteht ruckartiger Druckabfall im Frachtraum. Als Folge bricht der Fußboden im gesamten Passagier-Raums wegen des dortigen Luftüberdrucks nach unten weg - er ist dafür ja nicht ausgelegt. Das zerreißt die elektrischen Kommunikationsleitungen, die in der Bodenplatte verlaufen - der Strom fällt aus. Viele der Passagiere können wegen des durchgesackten Kabinenbodens und im Kondensationsnebel (schlagartiger Druckabfall in 11.000 m Höhe) die herabfallenden Sauerstoff-Notfallmasken nicht mehr erreichen. Sie werden in wenigen Sekunden ohnmächtig und ersticken. Nur die geübten Piloten beherrschen den schnellen Griff zur Notfallmaske - sie überleben den Druckabfall. Um nicht abzuschmieren drohen, geben sie zunächst vollen Schub, steigen daher kurz auf 13.700 m (laut Transponder-Daten). Vielleicht können sie ja nur noch mit Triebwerkschub steuern, weil auch die Ruder ausgefallen sind. Auch Sprechfunk und alle Navigationssysteme sind mangels Strom tot, nur die Triebwerke funken noch kurze Zeit ihr autonomes "Ping"-Signal. Da der Notsauerstoff für die Atemmasken bald zu Ende geht, reduzieren die Piloten die Triebwerk-Leistung und sinken auf 7 - 4000 m Höhe. Das sind die letzten, bekanntgewordenen Daten. In dieser Phase könnten die Piloten ohnmächtig geworden sein - nachdem sie den Autopilot am Heading-Knopf noch auf "Geradeausflug" gestellt haben. Die Maschine flog dann quasi "ohne Piloten" noch stundenlang tausende Kilometer geradeaus weiter, bis sie mangels Treibstoff im Gleitflug ins Meer stürzte. Letzteres hält auch Niki Lauda in eine Interview für möglich, der selbst erfahrener Verkehrspilot ist. Die Frage ist: Dürfen wirklich ganze Paletten mit vielen Lithium-Ersatzbatterien in Flugzeugen transportiert werden? Als Fluggepäck ist die Mitnahme von hochenergetischen Lithium-Batterien verboten (Ausnahme: kleine Handys, Laptops). Die malaysische Security sah bei der riskanten Fracht nach eigenen Angaben "no problem". Vielleicht war das das Problem
Bevor Sie hier "copy & paste" machen, sollten Sie die Antworten auf Ihre gleichlautende Frage in einem der unzähligen Diskussionsrunden zur Kenntnis nehmen: http://forum.spiegel.de/showthread.php?t=121770&page=4&p=15246034#post15246034
cindy2009 24.03.2014
4.
Zitat von lies.dasLaut "Daily Mail"(24.3.) war eine große Ladung Lithium-Batterien im Frachtraum des Flugzeugs. Wegen der Brandgefahr sind größere, hochenergetischer Lithium-Batterien als Fluggepäck strikt verboten. Es gab bereits weltweit 140 "Midair"-Zwischenfälle wegen Lithiumakkus in Flugzeugen. Was passiert, wenn eine einzelne Batterie durch Kurzschluss durchbrennt - und die gesamte, dichtgepackte Akku-Palette im Laderaum explodiert? Die gewaltige Stichflamme schmilzt ein großes Loch in den Rumpf, schlagartig entsteht ruckartiger Druckabfall im Frachtraum. Als Folge bricht der Fußboden im gesamten Passagier-Raums wegen des dortigen Luftüberdrucks nach unten weg - er ist dafür ja nicht ausgelegt. Das zerreißt die elektrischen Kommunikationsleitungen, die in der Bodenplatte verlaufen - der Strom fällt aus. Viele der Passagiere können wegen des durchgesackten Kabinenbodens und im Kondensationsnebel (schlagartiger Druckabfall in 11.000 m Höhe) die herabfallenden Sauerstoff-Notfallmasken nicht mehr erreichen. Sie werden in wenigen Sekunden ohnmächtig und ersticken. Nur die geübten Piloten beherrschen den schnellen Griff zur Notfallmaske - sie überleben den Druckabfall. Um nicht abzuschmieren drohen, geben sie zunächst vollen Schub, steigen daher kurz auf 13.700 m (laut Transponder-Daten). Vielleicht können sie ja nur noch mit Triebwerkschub steuern, weil auch die Ruder ausgefallen sind. Auch Sprechfunk und alle Navigationssysteme sind mangels Strom tot, nur die Triebwerke funken noch kurze Zeit ihr autonomes "Ping"-Signal. Da der Notsauerstoff für die Atemmasken bald zu Ende geht, reduzieren die Piloten die Triebwerk-Leistung und sinken auf 7 - 4000 m Höhe. Das sind die letzten, bekanntgewordenen Daten. In dieser Phase könnten die Piloten ohnmächtig geworden sein - nachdem sie den Autopilot am Heading-Knopf noch auf "Geradeausflug" gestellt haben. Die Maschine flog dann quasi "ohne Piloten" noch stundenlang tausende Kilometer geradeaus weiter, bis sie mangels Treibstoff im Gleitflug ins Meer stürzte. Letzteres hält auch Niki Lauda in eine Interview für möglich, der selbst erfahrener Verkehrspilot ist. Die Frage ist: Dürfen wirklich ganze Paletten mit vielen Lithium-Ersatzbatterien in Flugzeugen transportiert werden? Als Fluggepäck ist die Mitnahme von hochenergetischen Lithium-Batterien verboten (Ausnahme: kleine Handys, Laptops). Die malaysische Security sah bei der riskanten Fracht nach eigenen Angaben "no problem". Vielleicht war das das Problem
Warum bringen Sie das nun schon wieder? Reichen Ihnen die Erläuterungen zu Ihrem Beitrag in einem anderen Forenartikel nicht?
neo99999 24.03.2014
5. laut australischen Medien
handelt es sich um rechteckig und orangene Objekte und ein rundes weisses, nicht gruen. Man erwartet diese in wenigen Stunden sichten und evtl. auch bergen zu koennen.
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