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Verschenktes Millionenvermögen: "Ich möchte, dass nichts übrig bleibt"

So viel Philantrophie ist fast zu schön, um wahr zu sein: Ein Österreicher veräußert ein Millionenvermögen inklusive Luxusvilla, um damit Hilfsprojekte zu unterstützen. "Fürs Glück", sagt Karl Rabeder, "ist Geld hinderlich."

Diese Alpen-Villa möchte der Besitzer verlosen (Screenshot von http://luxusvillatirol.at)

Diese Alpen-Villa möchte der Besitzer verlosen (Screenshot von http://luxusvillatirol.at)

Hamburg - Der 47-jährige Österreicher bietet seine gediegene Alpen-Villa mit 320 Quadratmeter Wohnraum seit März vergangenen Jahres in einer Lotterie an, die am 28. März 2010 enden soll. 99 Euro kostet ein Los, 21.999 davon sollen insgesamt verkauft werden.

Den Erlös will Rabeder nicht behalten, sondern, wie er sagt, in eine Stiftung stecken, die Bedürftigen in Lateinamerika Mikro-Kredite gewähren soll.

Einem Bericht des britischen "Telegraph" zufolge soll Rabeder, der mit einer Firma für Kunsthandwerk reich wurde und mit 32 Jahren seine ersten Millionen gescheffelt hatte, bereits sechs Segelflugzeuge und eine Luxuslimousine verkauft haben. Auch seine Luxusvilla in der Provence wolle er veräußern, zu der ein Grundstück von 17 Hektar gehört.

"Ich möchte, dass am Ende nichts übrig bleibt", sagte der ehemalige Lehrer dem "Telegraph", "absolut nichts. Geld ist kontraproduktiv. Fürs Glück ist es hinderlich."

Rabeder will künftig in einer kleinen Wohnung in Innsbruck wohnen und mit 1000 Euro im Monat auskommen.

"Ich habe lange geglaubt, immer mehr Geld und Luxus anzuhäufen mache glücklich", erklärte Rabeder dem "Telegraph". "Ich stamme aus einer sehr armen Familie, deren wichtigste Regel lautete, dass man immer hart arbeiten müsse, um immer mehr und mehr materiellen Besitz anzuhäufen. Daran habe ich mich für viele Jahre gehalten."

Doch mit der Zeit kamen die Zweifel. "Ich hatte das Gefühl, wie ein Sklave für Dinge zu schuften, die ich weder brauchte noch wirklich wollte."

Die Wende brachte ein Luxus-Urlaub auf Hawaii, wo er "so viel Geld ausgab, wie man nur ausgeben konnte" und trotzdem das Gefühl hatte, alles sei unwirklich und er nur Schauspieler, der eine Rolle spiele.

Seitdem er sich von seinen Besitztümern trenne, so Rabeder, fühle er sich "frei und leicht".

Er verurteile jedoch nicht diejenigen, die am Reichtum festhielten: "Ich habe nicht das Recht, anderen Ratschläge zu geben. Ich bin einfach meinem Herzen gefolgt."

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
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1. .
Haio Forler 11.02.2010
Zitat von sysopSoviel Philantrophie ist fast zu schön, um wahr zu sein: Ein Österreicher veräußert ein Millionenvermögen inklusive Luxusvilla, um damit Hilfsprojekte zu unterstützen. "Fürs Glück", sagt Karl Rabeder, "ist Geld hinderlich." http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,677385,00.html
Na, da wo der Herr jetzt hinkommt, da sind ja viele schon lange ;)) Aber ob die Sinnsuche ohne Geld leichter ist? Da zwischen Geld und jener ja keine Beziehung zu bestehen scheint, wird es ihm wohl nicht besser gehen, wenn er kein Geld mehr hat.
2. Ein Freund des sich nicht Ernährens?
drtobibass 11.02.2010
Zitat von sysopSoviel Philantrophie ist fast zu schön, um wahr zu sein: Ein Österreicher veräußert ein Millionenvermögen inklusive Luxusvilla, um damit Hilfsprojekte zu unterstützen. "Fürs Glück", sagt Karl Rabeder, "ist Geld hinderlich." http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,677385,00.html
Wow, ich dachte, sowas geht nur den Lektoren der Bild durch...
3. Geld macht nicht glücklich?
paml1983 11.02.2010
Zitat von sysopSoviel Philantrophie ist fast zu schön, um wahr zu sein: Ein Österreicher veräußert ein Millionenvermögen inklusive Luxusvilla, um damit Hilfsprojekte zu unterstützen. "Fürs Glück", sagt Karl Rabeder, "ist Geld hinderlich." http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,677385,00.html
------------------------------------------- Geld macht nicht glücklich, aber es "beruhigt"! Trotzdem beeindrucken mich solche Menschen sehr, denn "Verzicht" und das noch dazu freiwillig von "oben nach unten" muss nicht nur gelernt sein, sondern einer echten Überzeugung entsprechen.
4. Hm...
Martin.Schruefer 11.02.2010
Der leicht skeptische Unterton des Autors sagt eigentlich nur "Mist, ich hatte keine Zeit zu recherchieren" - im Artikel hat er nichts zu suchen, denn entweder stimmt die Rabeder-Story oder sie stimmt nicht. By the way gibt es in der aktuellen Ausgabe von "Chrismon" ein sehr gutes Interview mit dem Mann: http://www.chrismon.de/5324.php.
5. Ein weiser Mann
helivox 11.02.2010
Ein weiser Mann, dem ich eine gute Zeit wünsche. So eine Sichtweise stellt alles in Frage, was heutzutage vielen als "Glück" gilt. "Haben oder Sein", er hat sich für "Sein" entschieden.
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