Sturzflug Co-Pilot verwechselt Venus mit Militärmaschine

14 Passagiere wurden verletzt: Ein schläfriger Co-Pilot wollte mit einem plötzlichen Sturzflug eine Kollision mit einem vermeintlichen Flugzeug vermeiden. Wie sich nun herausstellte, verwechselte er allerdings ein anderes Objekt mit der Militärmaschine - die Venus.

Air-Canada-Maschinen: Plötzlicher Sturzflug auf dem Weg von Toronto nach Zürich
REUTERS

Air-Canada-Maschinen: Plötzlicher Sturzflug auf dem Weg von Toronto nach Zürich


Hamburg - Ein verschlafener Co-Pilot hat eine Maschine mitten über dem Atlantik in einen Sturzflug gelenkt, weil er eine Kollision mit einem anderen Flugzeug befürchtete. Doch dazu gab es keinen Anlass: Der Co-Pilot der kanadischen Fluggesellschaft Air Canada verwechselte den Planeten Venus mit einem nahen Militärflugzeug - das geht aus einem am Montag veröffentlichten Bericht der kanadischen Flugsicherheitsbehörde hervor.

Der Sturzflug ereignete sich bereits im Januar vergangenen Jahres auf einem Flug von Toronto nach Zürich. Der Co-Pilot machte ein Nickerchen, als er vom Flugkapitän auf einen automatischen Hinweis im Cockpit aufmerksam gemacht wurde: Eine Militärmaschine näherte sich dem Flugzeug, sie befand sich etwa 300 Meter tiefer.

Der orientierungslose First Officer war offenbar nach einer längeren Schlafpause noch nicht wieder völlig wach, hielt die Venus für das Militärflugzeug und zog die Maschine aus Angst vor einer Kollision scharf nach unten. Bei dem plötzlichen Manöver wurden mehrere nicht angeschnallte Menschen aus ihren Sitzen geschleudert. 14 Passagiere und zwei Flugbegleiter wurden verletzt, sieben von ihnen mussten im Krankenhaus behandelt werden.

Der Kapitän des Flugzeugs brachte die Maschine nach 46 Sekunden wieder in eine stabile Lage. Die Piloten hatten sich laut dem Bericht offenbar nicht an die Sicherheitsregeln gehalten, nach denen sie während langer Flüge maximal 40 Minuten schlafen und nach dem Aufwachen 15 Minuten warten sollen, bevor sie das Flugzeug wieder steuern.

kha/AFP/AP



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