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Vermisste Boeing: Ermittler weiten Suche nach MH370 auf China aus

REUTERS/ RAAF

Das Suchgebiet reicht von Kasachstan bis Australien: China hat die Ermittlungen zu Flug MH370 auf sein Staatsgebiet ausgeweitet. Im südlichen Flugkorridor konzentriert Australien die Mission auf ein Areal im Indischen Ozean, so groß wie Spanien und Portugal zusammen.

Peking - China hat an seiner Nordwestgrenze die Suche nach dem vermissten Flugzeug der Malaysia Airlines aufgenommen. Einer der auf der Basis von Satellitenbildern und Radardaten errechneten Flugkorridore verlaufe über den äußersten Westen Chinas, sagte der chinesische Botschafter Huang Huikang laut der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua. Dort sei eine Suchaktion angelaufen.

Die chinesischen Bemühungen konzentrieren sich damit auf die mögliche nördliche Flugroute in Richtung Kasachstan, die Flug MH370 nach seiner mysteriösen Kurswende genommen haben könnte. Ob die chinesischen Bemühungen fruchten, darf bezweifelt werden. Kasachstan und Kirgisien haben mitgeteilt, sie hätten keine Hinweise darauf, dass das Flugzeug in ihren Luftraum eingedrungen sein könnte.

Im möglichen anderen Flugkorridor über Indonesien in den südlichen Indischen Ozean hat Australien die Koordination der Suche übernommen. Man konzentriere sich nun auf einen rund 600.000 Quadratkilometer großen Korridor im südlichen Indischen Ozean, teilten die australischen Behörden mit. Zuvor hatte das Suchareal 19 Millionen Quadratkilometer umfasst. Die Verkleinerung des Suchgebiets basiere auf mehreren Annahmen, unter anderem zur Geschwindigkeit des Flugzeugs, hieß es.

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Selbst das kleinere Suchgebiet ist immer noch so groß wie die iberische Halbinsel. Das macht deutlich, wie schwierig die Suche in den Gewässern werden dürfte, insbesondere wegen starker Strömungen und heftigen Wellengangs.

Die Boeing 777 verschwand vor eineinhalb Wochen nach dem Start in Kuala Lumpur. Das Schicksal der 239 Menschen an Bord, von denen rund zwei Drittel Chinesen sind, ist vollkommen ungewiss. 26 Länder beteiligen sich an der Suche nach dem Flugzeug, ebenso wie die Nasa.

Keine Hinweise auf Terror bei chinesischen Passagieren

Eine Überprüfung aller chinesischen Bürger an Bord ergab nach offiziellen Angaben keinerlei Hinweise auf einen möglichen terroristischen Hintergrund. Nichts deute auf eine Entführung oder einen Anschlag hin, sagte Botschafter Huang Huikang. Malaysia hat die Behörden der Heimatländer aller anderen Flugzeuginsassen gebeten, deren Personalien zu überprüfen.

Die Ermittlungen konzentrieren sich auf mehrere Möglichkeiten: Sabotage, Entführung, Terrorakt oder Suizid eines der Piloten. Die malaysischen Behörden und das Militär geraten zunehmend unter Druck. In China gibt es Kritik an der als zögerlich empfundenen Informationspolitik. Ministerpräsident Li Keqiang machte in einem Telefongespräch mit seinem malaysischen Amtskollegen Najib Razak auch persönlich Druck. Malaysias Regierung wehrt sich gegen die Kritik und argumentiert, es wäre unverantwortlich, Informationen herauszugeben, die nicht verifiziert seien.

Die Ermittler gehen davon aus, dass jemand an Bord absichtlich die Kommunikationssysteme ausstellte und die Maschine vom Kurs abbrachte. Sie könnte noch stundenlang weitergeflogen sein. Das letzte Lebenszeichen von Flug MH370 gab es in Form eines "Pings" sieben Stunden und 31 Minuten nach dem Start der Maschine. Von wo genau die letzten Daten gesendet wurden, ist unklar.

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ulz/dpa/AP/Reuters

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insgesamt 182 Beiträge
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1. Amok?
Rationalist 18.03.2014
Handelt es sich beim Amok, dem Freitod, bei dem zahlreiche Unbeteiligte mitgenommen werden, nicht um eine uralte malayische Tradition?
2. kein Wrack....
Propagandamit4Buchstaben 18.03.2014
ich hab mir sagen lassen es sollen doch tatsächlich zwei junge Iraner an Bord des Fluges 370 nach Peking (China) gewesen sein und stellt Euch vor, sie reisten unter falscher Identität. Also ich will ja wirklich keine voreiligen Schlüsse ziehen, aber könnte das nicht vielleicht bedeuten diese zwei Teilnehmer am Flug wollten nicht das jmd weiss dass sie nach China reisen, bzw. könnte es vielleicht sein, dass die beiden jungen Leute wussten dass es Probleme gibt wenn Ihre richtigen Namen auf einer Passagierliste auftauchen? ich würd mir gern mal Satellitenbilder von Diego Garcia in entsprechendem Zeitraum angucken, ich wette da gibs was zu sehen....
3. China's Role
mwp_nba 18.03.2014
In China ticken regelmäßig Leute aus. Sie klettern auf Strommast, demolieren Autos auf der Straße und Autohaus, produktieren Baby-Gift-Milch... Aber alle Chinesen sind immer ok. Die andere machen keinen guten Job und sind böse. Die chinesische Regierung soll etwas realistischer werden. Ich bin mehr und mehr überzeugt, hier geht um Freiheit. Der Pilot, Co-Pilot oder einige Passagiere wollen einfach weg in die Freiheit. Sie wollen unerkannt bleiben sonst wäre das Flugzeug nicht von Kampfflieger begleitet sondern gleich vom Himmel geholt.
4. Warum...
drehstuhlpilot 18.03.2014
Warum wird keine Belohnung zu Hinweisen auf den Verbleib ausgesetzt? In Zeiten in dem jeder jeden anscheißt sollte im Falle einer geglückten Landung auf Grund einer Entführung etc. doch jemand von den Eingeweihten Personen schwach werden.
5. Das Militär ...
ihrwisstnix 18.03.2014
wird schon wissen warum nichts gefunden wird. Vielleicht hat jemand im Rahmen eines Manövers aus versehen den falschen Knopf gedrückt und das Teil abgeschossen? Zugegeben - ist auch nur eine Theorie - aber auch nicht schlechter oder besser als die anderen. Traurig nur für die Angehörigen. Die hätten Gewissheit verdient!
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Fotostrecke
Flug MH370: Suche aus dem Weltraum

Passagiere nach Nationalitäten
China 153
Malaysia 38 + 12 Flugzeugbesatzung
Indonesien 7
Australien 6
Indien 5
Frankreich 4
USA 3
Kanada 2
Neuseeland 2
Ukraine 2
Russland 1
Taiwan 1
Italien 1 (gestohlener Pass)
Österreich 1 (gestohlener Pass)
Niederlande 1


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