Verseuchter Eriesee 400.000 Amerikaner ohne Leitungswasser

Algen im Eriesee haben vermutlich das Trinkwasser von rund 400.000 Menschen im US-Bundesstaat Ohio verseucht. Besonders betroffen ist die Stadt Toledo.

AP/dpa

Toledo - Giftgrün schimmert die Oberfläche des Eriesees, seit Jahren gedeihen hier Algen. Nun bekommt die Bevölkerung der Stadt Toledo im US-Bundesstaat Ohio die Folgen zu spüren: Das Trinkwasser von rund 400.000 Menschen ist durch Bakterien verseucht. Das berichtet die Zeitung "Detroit News". Zuletzt im Jahr 2011 erblühten verstärkt Algen im Eriesee, Landwirtschaft und extremes Wetter waren die Ursache.

Der Gouverneur des Staates, John Kasich, rief den Notstand in der Region aus. Er schickte die Nationalgarde, um die Bevölkerung mit Wasserflaschen zu versorgen. Kirchengruppen und andere Freiwillige halfen mit. Zuvor waren Wasserflaschen in den Läden in einem Umkreis von 80 Kilometern rar geworden.

Die städtischen Behörden hatten erstmals am Samstag vor dem Genuss des Trinkwassers gewarnt. Bei Messungen in einer Wasseraufbereitungsanlage waren deutlich erhöhte Microcystinenwerte festgestellt worden. Am Sonntag waren die Werte gesunken, aber weitere Tests seien nötig, um Risiken auszuschließen, zitierte die "Detroit News" Bürgermeister Michael Collins.

Das Trinken des verseuchten Wassers kann Nierenschäden verursachen. Gewarnt wurde auch davor, das Wasser zu kochen: Dadurch werde die Giftkonzentration nur noch höher.

isa/dpa

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