Justin-Bieber-Fans: Zum Islam konvertieren für Konzerttickets

Versteckte Kamera: Hijab für Justin Fotos
TVNorge

Wie weit gehen echte Fans für Justin Bieber? Ziemlich weit, fanden jetzt die Macher einer norwegischen Comedy-Sendung heraus. Mit versteckter Kamera inszenierten sie einen Wettbewerb in der Fußgängerzone. Der Deal: Wer zum Islam konvertiert, bekommt ein Ticket fürs Bieber-Konzert.

Oslo - Natürlich muss man manchmal Opfer bringen, wenn man wirklich leidenschaftlich an eine Sache glaubt. Niemand weiß das besser als die sogenannten Beliebers - jene Hardcore-Fans von Teenie-Idol Justin Bieber, die für ihr Vorbild immer wieder den Spott ihrer Mitmenschen ertragen müssen.

Überraschend ist dennoch der Befund der norwegischen Comedy-Sendung "Anne-Kat", in deren jüngster Episode einige pubertierende Belieber zeigen, wie weit ein echter Fan für ein paar Konzertkarten zu gehen bereit ist. In der Osloer Fußgängerzone hatte das "Anne-Kat"-Team eine Art Reklamestand mit versteckter Kamera aufgebaut, an dem Passanten ein Deal angeboten wurde: Wer zum Islam konvertiert, kriegt Tickets fürs anstehende Justin-Bieber-Konzert.

Tatsächlich fanden sich einige Mädchen im Teenager-Alter, die bereitwillig bei der Aktion mitmachten. Dazu mussten sie sich abschminken (kein Makeup im Islam!), einen traditionellen Hijab anlegen und einen Text vorlesen, bei dem es sich angeblich um einen Vers aus dem Koran handelte. Das alles wurde überwacht von einem grimmig dreinblickenden Bartträger mit weißer Gebetskappe.

Deklamieren mussten die Belieber auch einen Satz, wonach ihr Idol unrein und "wahrscheinlich schwul" sei - eine Vorsichtsmaßnahme, wie der Lockvogel von "Anne-Kat" erklärte, schließlich sei Bieber womöglich wirklich homosexuell, und das sei "nicht gut".

"Wirklich erbärmlich"

"Wir wollten herausfinden, wie weit norwegische Belieber für ein Bieber-Ticket gehen würden", sagte der Zeitung "Dagen" zufolge Fernsehkomikerin Anne-Kat Haerland in der Anmoderation für den Beitrag in ihrer Sendung.

In der norwegischen Öffentlichkeit sorgte der Feldversuch für Kopfschütteln. Kritisch äußerte sich "Dagen" zufolge der evangelische Bischof Halvor Nordhaug. Die Episode zeige, dass Haerland nicht den Stellenwert des Glaubens für viele Menschen begreife. "Dies ist ein Beispiel dafür, wie Ironie und Respektlosigkeit zu einem tragischen Ergebnis führen. Das ist wirklich erbärmlich."

Ein Sprecher des Fernsehsenders TV Norge sagte "Dagen" zufolge, Haerland und ihre Crew hätten die Freiheit, eine lustige TV-Show zu produzieren. "Es ist nicht an uns, in Frage zu stellen, was sie lustig finden und was nicht", sagte er.

rls

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