Verunglücktes Schiff: Alptraum-Kreuzfahrt nähert sich dem Ende

Die Odyssee des Kreuzfahrers "Triumph" ist bald vorbei: Nach einem Brand lag das Schiff tagelang fast unbeweglich im Golf von Mexiko. Nun zerren Schlepper den Koloss in den nächsten Hafen. Viele der 4200 Passagiere sind stinksauer.

Kreuzfahrtschiff "Triumph": Unterwegs mit der Geschwindigkeit eines Rasenmähers Zur Großansicht
DPA

Kreuzfahrtschiff "Triumph": Unterwegs mit der Geschwindigkeit eines Rasenmähers

Mobile - Die knapp 4200 Passagiere des im Golf von Mexiko liegengebliebenen Kreuzfahrtschiffes "Triumph" können sich auf Zuhause freuen: In der Nacht zum Freitag (Ortszeit) sollten sie den Hafen in Mobile im US-Bundesstaat Alabama erreichen.

Tagelang hatten Schlepper der US-Küstenwache den navigierunfähigen Luxusliner über das Meer gezogen. Das 14-stöckige Kreuzfahrtschiff hatte dabei wegen des starken Windes nur "mit der Geschwindigkeit eines Rasenmähers" vorwärtsbewegt werden können, wie der TV-Sender CNN berichtete. Wenige Stunden vor der erhofften Ankunft riss dann auch noch das Abschleppseil und verzögerte die Ankunft um eine weitere Stunde.

Zahlreiche Reisende hatten sich nach dem Motorschaden über die Bedingungen an Bord beschwert: Die Toiletten würden überquellen, Menschen müssten wegen des Gestanks in Gängen oder an Deck schlafen, und es gebe nicht genug zu essen, zitierten US-Medien Passagiere.

Nach dem Vorfall nahm Carnival Cruise zwölf geplante Fahrten der "Triumph" aus dem Programm. Gerry Cahill, CEO der britisch-amerikanischen Reederei Carnival Cruise Line, hatte die Situation an Bord zuvor als "ohne Frage sehr herausfordernd" beschrieben.

Das Kreuzfahrtschiff war am vergangenen Sonntag auf dem Weg von Mexiko nach Texas gewesen, als ein Brand im Motorraum den Antrieb beschädigte und das Schiff navigierunfähig machte. Auch die Stromversorgung, das Abwassersystem und die Klimaanlage wurden beschädigt.

ade/dpa

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insgesamt 12 Beiträge
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1. Ohne Frage sehr herausfordernd
friedenspfeife 15.02.2013
Eine Formulierung, die man sich merken sollte. Gibt ja genug Gelegenheiten, wo ein kraeftiges besch.ssen nicht gerade angemessen ist.
2. Vermeintliche
ch@rybdis 15.02.2013
... korrekt dargestellt werden. Ein Wasserfahrzeug ist niemals "navigierunfähig", denn dies würde sich auf die Fähigkeiten der Seeoffiziere beziehen. Die in diesem Fall korrekte Bezeichnung lautet "manövrierunfähig".
3. Traurig, ...
haraldme 15.02.2013
... denn der Spiegel kommt aus der Hafenstadt Hamburg. Der Redakteur ist offensichtlich ein Zugereister aus dem Binnenland. Die Schiffe im Hamburger Hafen haben dort, wo beim Auto der Motorraum ist, einen Maschinenraum. Und wenn bei einem Maschinenschaden Schlepperhilfe erforderlich ist, wird eine Verbindung mittels Schleppleine hergestellt. Jung, denk nach! Du schreibst jetzt für den Spiegel und nicht mehr fürs Wochenblatt.
4. Fahrt ins Glück
leistung 15.02.2013
Kann passieren, auch wenn Traumschiff im Fernsehen anders anmutet. Halt öfter fahren, dass klappt es.
5. Auf einem Militärdampfer...
augennichttrauer 15.02.2013
... wäre das nicht passiert. Unverständlich, dass es keine zweite Stromversorgung an einer anderen Stelle im Schiff gab. Wenn man 4200 Menschen durch die Gegend schippern lässt, sollte nan geeignete Backup-Systeme einplanen. Und Wenn es nur Motorpumpen für die Fäkalien sind. Aber so ist das heute: Schnell, schnell mal ein großes Schiff bauen auf das so viele Menschen wie möglich passen: Masse statt Klasse. Profit statt Sicherheit. Geld statt Mensch.
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