Potsdam - 20 Monate nach dem schweren Busunglück am Schönefelder Kreuz mit 14 Toten ist die Verursacherin wegen fahrlässiger Tötung verurteilt worden. Das Landgericht Potsdam verhängte gegen die 38-Jährige am Freitag eine Freiheitsstrafe von einem Jahr, die für zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde.
Laut Anklage war die Frau am 26. September zu schnell auf die Autobahn 10 aufgefahren und ins Schleudern geraten. Ihr Auto kollidierte mit einem polnischen Reisebus, der mit hoher Geschwindigkeit gegen einen Brückenpfeiler prallte. In dem Bus saßen 47 Menschen. Bei dem Unglück und später im Krankenhaus starben insgesamt 14 Menschen, mehr als 30 wurden verletzt, einige von ihnen schwer.
Die Vorsitzende Richterin verlas während der Urteilsbegründung die Namen aller Toten. "Dem Busfahrer ist kein Mitverschulden anzulasten", hieß es.
Der Staatsanwalt hatte in seinem Plädoyer vor einer Woche von einem "unbewusst fahrlässigen Verhalten" gesprochen und eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und neun Monaten sowie eine Geldauflage von 1000 Euro gefordert. Die Freiheitsstrafe solle für zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt werden. Für den Staatsanwalt waren die Gutachten zweier Sachverständiger ausschlaggebend, die von einem Fahrfehler und einem Überschreiten der zulässigen Höchstgeschwindigkeit durch die Angeklagte ausgingen.
Der Verteidiger hatte in seinem Plädoyer kein konkretes Strafmaß für die Frau verlangt und die Kammer darum gebeten, "im Zweifel für die Angeklagte" zu entscheiden. Er betonte, die Unfallursache sei nicht eindeutig geklärt - es gebe zu viele denkbare Möglichkeiten, Annahmen und Hypothesen. Die 38-Jährige hatte angegeben, sich an das Unfallgeschehen nicht mehr erinnern zu können.
siu/dpa/dapd
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