Kampagne von Victoria's Secret Ärger über den "perfekten Körper"

Eine Dessous-Kampagne des Labels Victoria's Secret erzürnt die Gemüter. Die Bilder der schlanken Models waren mit "The perfect body" betitelt. Eine Kampagne forderte Änderungen. Die wurden nun umgesetzt.

Victorias Secret

New York - Die Bewunderung für kommerzielle Schönheit geht oft genug mit dem Gefühl einher, von makellosen Models unter Druck gesetzt zu werden. Für Marketingetagen ist dies seit jeher ein schmaler Grat. Zuletzt zog die Unterwäsche-Firma Victoria's Secret den Ärger der Kunden auf sich.

Für ein Werbeplakat in Großbritannien setzten die Marketingprofis zehn Models in Unterwäsche in Szene. Später wurde ein Schriftzug hinzugefügt: "The perfect body" - der perfekte Körper. Ein Wortspiel, der Name der Lingerie-Linie ist ebenfalls "Body".

Es hagelte Protest, unter dem Hashtag #iamperfect taten Kritiker ihre Meinung kund. Die Kampagne sei beleidigend und verzerre ein gesundes Körperbewusstsein. In der "Daily Mail" schrieb eine Kolumnistin: "Das Wort 'perfekt' zu benutzen, ist nicht nur beleidigend für etwa 99,9 Prozent der weiblichen Bevölkerung, die keine 'perfekten' Modelmaße haben; es ist total unverantwortlich und geradezu grausam."

Einige Frauen posierten später in derselben Aufstellung in Unterwäsche - ohne Modelmaße - und posteten das Foto.

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Schnell war eine Onlinepetition aufgesetzt, in der Unterschreiber Victoria's Secret zu einer Entschuldigung auffordern. "Ändern Sie Ihr unverantwortliches Marketing." Bislang haben mehr als 29.000 Menschen unterschrieben.

Die öffentliche Kritik zeigte Wirkung: Victoria's Secret änderte den Slogan - still und leise. Eine Entschuldigung oder Stellungnahme gab es entgegen der Forderungen nicht. Nun heißt es unter den leicht bekleideten Frauen: "A body for every body" - was erneut ein Wortspiel ist, allerdings darauf anspielt, dass jeder Körper die perfekte Unterwäsche finden kann.

Das machte es aber nur bedingt besser. Die Initiatorinnen, Studenten aus Leeds, der Onlinepetition zeigten sich zwar zufrieden mit der Änderung. Im "Daily Telegraph" kritisierten sie jedoch, dass es immer noch mehr als albern sei, zu suggerieren, dass diese Models "jederman" repräsentierten.

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Die 22-jährige Gabriella Kountourides sagte der Zeitung: "Wir hätten schon gerne die öffentliche Entschuldigung von Victoria's Secret."

gam

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