Von Südamerika nach Südafrika 33 Löwen fliegen nach Hause

Viele haben kaum noch Zähne, einem fehlt das linke Auge: Eine Tierschutzorganisation bringt 33 Löwen aus Südamerika in ihre afrikanische Heimat zurück. Zuvor lebten die Tiere illegal in Zirkussen.

AP

Heimflug für die Könige der Tierwelt: Tierschützer bringen knapp drei Dutzend ehemalige Zirkuslöwen per Flugzeug aus Südamerika in ihre afrikanische Heimat zurück.

Alle 33 Löwen waren in Peru und Kolumbien gerettet worden, wo sie jahrelang zur Unterhaltung des Publikums gehalten worden waren. Nach dem Willen der US-Organisation Animal Defenders International (ADI) sollen sie nun ihren Lebensabend in Südafrika verbringen. Der Heimflug sei für Freitag geplant, schreibt die Gruppe in einer Mitteilung. Demnach wurden noch nie so viele Löwen auf einmal mit dem Flugzeug verfrachtet.

ADI hatte zuvor jahrelang gemeinsam mit Juristen dafür gekämpft, die Haltung von Zirkuslöwen in den südamerikanischen Ländern zu verbieten. Die Tiere würden dort meist unter sehr schlechten Bedingungen gehalten. Nach eigenen Angaben hat die Organisation insgesamt mehr als 100 Tiere aus der Gefangenschaft befreit.

"Das ist wie ein Märchen"

Die Tiere, die nun nach Hause reisen dürfen, haben demnach große Qualen erlitten: Einige verloren ihre Klauen, viele hätten zerbrochene oder faulige Zähne, ein Löwe habe sogar ein Auge verloren.

Alle 33 Artgenossen sollen nun gemeinsam den Heimweg über den Atlantik nach Johannesburg antreten: Die ersten neun Tiere sollen in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá ein speziell ausgerüstetes Transportflugzeug besteigen, weitere 24 würden anschließend im peruanischen Lima zusteigen. In Südafrika sollen die Tiere dann in einem Spezialtierheim unterkommen, das den Löwen großzügigen Auslauf garantieren soll.

"Das könnte eine der schönsten Rettungsaktionen sein, die ich je gesehen haben", sagte ADI-Vizepräsident Tom Phillips. "Nie zuvor wurden Löwen von Zirkussen in Südamerika bis nach Afrika gebracht. Das ist wie ein Märchen."

mxw/AP

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insgesamt 8 Beiträge
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Seite 1
spon_3064063 27.04.2016
1. Wunderbar!
Gott sei Dank gibt es Menschen die der geschundenen Kreatur zus Seite stehen!
taglöhner 27.04.2016
2. sentimentaler Königs-Mumpitz
Auf welchem Kontinent sich das Gehege für diese in der Wildnis nicht überlebensfähigen Tiere befindet, ist völlig Schnurz. Gelungene Empathie für diese Tiere verlangt mehr als menschlich-naive Spiegelzellen.
Bueckstueck 27.04.2016
3. Schön
Eine gute Nachricht in einer immer verrückter werdenden Welt. Wenn jetzt noch hiesige Zoo- und Zirkushaltung von Grosskatzen endlich verboten werden würde, wäre das eine noch bessere Nachricht. Freilich müssen diese prächtigen Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum überall auf der Welt noch viel konsequenter, ja aggressiver geschützt werden.
rantzau 27.04.2016
4. Arme Länder
wo sich alles nur um Kohle dreht, behandeln Tiere schlecht. Reiche Länder, in denen Tiere als dem Menschen untertan bis haram gelten (Saudi Arabien, Iraq, Yemen, selbst Teile der Türkei) auch. Es ist zum K... Eigentlich dürften diese Länder nix mit Tieren machen dürfen, wer einmal eine DElfin Show in den United Arab Emirates gesehen hat, weiss wovon ich rede.
ex_Kamikaze 27.04.2016
5. Kommentar 2 liegt völlig richtig,
und nutzt das alles nichts wenn wir nebenbei durch den "Wettbewerb" die Lebensräume der Kreaturen endgültig zerstören. Ich habe mich klein auf für Großkatzen interessiert, nach 40 Jahre Tierschutz und Zuschtprogrammen sind davon weniger übrig als ich je befürchtet hatte. Nur in Sibirien gibt es einen zarten Trend zur Besserung.
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