ThemaWetterRSS

Alle Artikel und Hintergründe

  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
 

Von wegen weiße Weihnachten Deutschland taut auf

Schluss mit der Eiseskälte: Die Temperaturen in Deutschland steigen wieder auf bis zu zehn Grad. Nur für wenige Regionen sagen Meteorologen ein Weihnachtsfest im Schnee voraus - Tauwetter setzt ein.


Offenbach - Deutschland taut nach den kalten Tagen wieder auf. Am Dienstag soll es Temperaturen von zehn Grad über Null geben. Für die Meteorologen ist das nichts Ungewöhnliches: In durchschnittlich sieben von zehn Jahren gibt es kurz vor dem Fest "Weihnachtstauwetter" mit milder Atlantikluft, die den bis dahin gefallenen Schnee schmelzen lässt. Ungewöhnlich ist nur, dass in diesem Jahr die extreme Kälte den Boden tief gefroren hat - "die kalte Luft hält sich noch zäh am Boden", sagt Martin Jonas, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst (DWD).

Am Dienstagmorgen sollen die Temperaturen am Oberrhein aber schon wieder bei vier Grad über Null liegen, im Nordosten in Odernähe ist es aber bei bis zu minus fünf noch frostig. Tagsüber steigt das Quecksilber im Süden bei Föhn stellenweise auf mehr als zehn Grad. Im Norden bleibt es bei Werten um null Grad.

Regen breitet sich dann in der Nacht zum Mittwoch in einem Streifen vom Saarland bis zur Oder aus. Die genaue Grenze zwischen warmer und kalter Luft sei noch nicht genau absehbar. "Die Modelle sind sich noch nicht einig", sagte Jonas. Die starken Niederschläge beginnen nach DWD-Angaben als Regen, werden im Laufe des Mittwochs dann aber wieder zu Schnee. Nur an der Küste und im Alpenvorland sollen die Temperaturen über der Null-Grad-Marke liegen.

Deswegen bleibt im Süden zumindest Hoffnung auf ein weißes Weihnachtsfest: Je später am Dienstag der Schnee zu Regen, und umgekehrt je früher am Mittwoch der Regen zu Schnee wird, desto besser die Chancen, erklärte Jonas. Allerdings gibt es an Heiligabend am Donnerstag neuen Regen und Föhn.

Wintersportler haben nach Einschätzung von Jonas an den Feiertagen Glück in den Alpen, im Schwarzwald, im Bayerischen Wald, dem Erz- und dem Fichtelgebirge: "Die Schneefallgrenze steigt zwar auf über 500 bis 1000 Meter, Wintersport sollte aber möglich sein."

20 Kilometer lange Staus, Behinderungen an den Flughäfen

Erneute Schneefälle haben in der Nacht zum Montag in vielen Regionen Deutschlands den Verkehr behindert. Dabei gab es nach Angaben der Polizei bis zu 20 Kilometer lange Staus vor allem wegen liegengebliebener Lkw. Der Zugverkehr wurde nur geringfügig gestört. Behinderungen meldeten die Flughäfen.

Der Frankfurter Flughafen wurde am späten Montagabend wegen Schneeglätte auf den Start- und Landebahnen komplett geschlossen. Ein Sprecher des Betreibers Fraport sagte in der Nacht, die Räumfahrzeuge seien unterwegs, Bremstests jedoch negativ ausgefallen. Bereits tagsüber waren an Deutschlands größtem Flughafen zahlreiche Starts und Landungen gestrichen worden.

Am Düsseldorfer Flughafen lief nach dem Chaos am Sonntag am Montagmorgen der Betrieb wieder an. Einige Flüge mussten gestrichen werden, ansonsten gab es nur geringfügige Verspätungen, wie ein Flughafensprecher sagte. Am Münchner Flughafen waren 20 Flüge wetterbedingt mehr als eine halbe Stunde verspätet. Starts mussten nicht annulliert werden. Mehrere Flüge nach München von anderen Flughäfen wurden allerdings gestrichen. Zu Behinderungen kam es auch auf den sächsischen Flughäfen. In Dresden musste eine Verbindung nach München gestrichen werden, einige Flüge waren verspätet.

Auch im Zugverkehr kam es in einigen Regionen noch zu Behinderungen. In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen fielen nach Bahnangaben vereinzelt Züge aus. In Nordrhein-Westfalen lief alles wieder weitgehend nach Plan.

Weiter in Geduld üben mussten sich hingegen vielerorts die Autofahrer. So war es beispielsweise in Nordrhein-Westfalen in der Nacht durch querstehende Lkw zu Staus von bis zu 20 Kilometern Länge gekommen. Am Morgen waren die Autobahnen zwar weitgehend geräumt, auf Landstraßen und in kleineren Ortschaften behinderte der Schnee aber immer noch die Verkehrsteilnehmer.

Kälte strapazierte zahlreiche Heizungsanlagen und Wasserleitungen

In Oberfranken in Bayern gab es etwa 35 Verkehrsunfälle, in der südlichen Oberpfalz wurden circa 20 Unfälle gezählt. In Teuschnitz im Kreis Kronach kam es zu einem Unfall, als ein 41-jähriger Autofahrer bei starkem Schneetreiben einen 66 Jahre alten Fußgänger zu spät sah und mit seinem Fahrzeug erfasste. Der Fußgänger erlitt bei dem Unfall schwere Kopfverletzungen.

In Neustadt bei Coburg kam ein 18-jähriger Autofahrer bei Schneeglätte und zu hohem Tempo von der Fahrbahn ab und stieß frontal gegen einen gleichaltrigen Fußgänger. Dieser wurde über eine Betonpalisade auf eine Wiese geschleudert und brach sich ein Bein.

In Niedersachsen kippten im Schneetreiben mehrere Lastwagen um. Die tiefen Temperaturen setzten zudem zahlreichen Heizungsanlagen und Wasserleitungen zu. Alleine in Hannover rückte die Feuerwehr 31-mal aus, um Wasserschäden zu beseitigen.

Auch in Baden-Württemberg kam es zu Unfällen und Staus. Jedoch sei die Zahl der Vorfälle im Vergleich zum Wochenende stark zurückgegangen, sagte ein Sprecher des Katastrophenlagezentrums im Innenministerium. In Mecklenburg-Vorpommern war wie schon in den vergangenen Tagen vor allem der Westteil von Schnee und Glätte betroffen. Laut Polizei ereigneten sich dort 30 witterungsbedingte Unfälle mit insgesamt vier Verletzten.

jjc/dpa

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live
insgesamt 16 Beiträge
saul7 21.12.2009
in Norddeutschland habe ich seit Jahren keine weiße Weihnacht mehr erlebt. Das wird auch diesmal nichts. Ich kann auch drauf verzichten!!
Zitat von sysopSchluss mit der Eiseskälte: Die Temperaturen in Deutschland steigen wieder auf bis zu zehn Grad. Nur für wenige Regionen sagen Meteorologen ein Weihnachtsfest im Schnee voraus - Tauwetter setzt ein. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,668409,00.html
in Norddeutschland habe ich seit Jahren keine weiße Weihnacht mehr erlebt. Das wird auch diesmal nichts. Ich kann auch drauf verzichten!!
erna_p 21.12.2009
Sollen wir uns hier jetzt übers Wetter unterhalten, oder was? *kopfschüttel*
Sollen wir uns hier jetzt übers Wetter unterhalten, oder was? *kopfschüttel*
Bettelmönch 21.12.2009
Es gibt wieder mehr Sonnenflecken!;) Tja...eine schlechte Nachricht für Tuvalu und die Malediven!
Zitat von sysopSchluss mit der Eiseskälte: Die Temperaturen in Deutschland steigen wieder auf bis zu zehn Grad. Nur für wenige Regionen sagen Meteorologen ein Weihnachtsfest im Schnee voraus - Tauwetter setzt ein. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,668409,00.html
Es gibt wieder mehr Sonnenflecken!;) Tja...eine schlechte Nachricht für Tuvalu und die Malediven!
DELAN 21.12.2009
Saure Gurken-Zeit oder wieder mal ein grotesker Schellnhuber-Beweis für die unvermeidliche Klima-Kastrophe? SPON, das war nix.
Saure Gurken-Zeit oder wieder mal ein grotesker Schellnhuber-Beweis für die unvermeidliche Klima-Kastrophe? SPON, das war nix.
HiJaak 21.12.2009
Es kann nie genug Threads für Stechereien rund ums Thema Klimawandel geben! Am besten wäre es, man teilte die Kombattanten strikt auf: Die einen posten nur wenn es in den nächsten Tagen wärmer wird. Die anderen sind dann bei [...]
Zitat von erna_pSollen wir uns hier jetzt übers Wetter unterhalten, oder was? *kopfschüttel*
Es kann nie genug Threads für Stechereien rund ums Thema Klimawandel geben! Am besten wäre es, man teilte die Kombattanten strikt auf: Die einen posten nur wenn es in den nächsten Tagen wärmer wird. Die anderen sind dann bei Frostprognosen dran. (Frühjahr/Sommer: die einen bei Trockenheit, die anderen bei Dauerregen und Überschwemmungen) ...
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Panorama
alles zum Thema Wetter

© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Verkehrslage in Deutschland
Die Deutsche Bahn informiert auf dieser Web-Seite über kurzfristige Verkehrsbehinderungen im Regional- und Fernverkehr.

Schicken Sie uns
Ihr bestes Schnee-Bild
dpa

Schneepracht und Kältechaos in Deutschland - die Republik in Weiß. Zeigen Sie uns Ihr Bild von diesem Winter! Ob Flockenzauber, Schneegestöber oder Eiskratzen am Auto, machen Sie mit: Teilen Sie Ihre Aufnahmen mit den SPIEGEL-ONLINE-Lesern. Wir werden die besten Leserfotos in einer exklusiven Bildergalerie veröffentlichen.

Und so geht's: Einfach eine Mail an spon_panorama_upload@spiegel.de schicken, Ihr Bild anhängen und einen Satz dazu schreiben. Klicken Sie hier...

Oder haben Sie ein tolles Winterbild mit Ihrer Analogkamera aufgenommen? Dann laden Sie es auf unserer Facebook-Seite Filmchemie hoch - oder in unserer Flickr-Gruppe für Fans der klassischen Analogfotografie.

Mit der Einsendung oder dem Hochladen Ihres Bildes bestätigen Sie, dass Sie die Rechte an dem Bild besitzen. Sie stimmen außerdem zu, dass SPIEGEL ONLINE Ihre Aufnahmen kostenfrei auf spiegel.de und auf den Filmchemie-Seiten bei Facebook und Flickr zeigen und Sie mit vollem Namen als Urheber nennen darf. Wünschen Sie, dass wir zu Ihrer Fotoseite verlinken? Dann schicken Sie einfach deren URL mit!






TOP



TOP