Am Dienstagmorgen sollen die Temperaturen am Oberrhein aber schon wieder bei vier Grad über Null liegen, im Nordosten in Odernähe ist es aber bei bis zu minus fünf noch frostig. Tagsüber steigt das Quecksilber im Süden bei Föhn stellenweise auf mehr als zehn Grad. Im Norden bleibt es bei Werten um null Grad.
Regen breitet sich dann in der Nacht zum Mittwoch in einem Streifen vom Saarland bis zur Oder aus. Die genaue Grenze zwischen warmer und kalter Luft sei noch nicht genau absehbar. "Die Modelle sind sich noch nicht einig", sagte Jonas. Die starken Niederschläge beginnen nach DWD-Angaben als Regen, werden im Laufe des Mittwochs dann aber wieder zu Schnee. Nur an der Küste und im Alpenvorland sollen die Temperaturen über der Null-Grad-Marke liegen.
Deswegen bleibt im Süden zumindest Hoffnung auf ein weißes Weihnachtsfest: Je später am Dienstag der Schnee zu Regen, und umgekehrt je früher am Mittwoch der Regen zu Schnee wird, desto besser die Chancen, erklärte Jonas. Allerdings gibt es an Heiligabend am Donnerstag neuen Regen und Föhn.
Wintersportler haben nach Einschätzung von Jonas an den Feiertagen Glück in den Alpen, im Schwarzwald, im Bayerischen Wald, dem Erz- und dem Fichtelgebirge: "Die Schneefallgrenze steigt zwar auf über 500 bis 1000 Meter, Wintersport sollte aber möglich sein."
20 Kilometer lange Staus, Behinderungen an den Flughäfen
Erneute Schneefälle haben in der Nacht zum Montag in vielen Regionen Deutschlands den Verkehr behindert. Dabei gab es nach Angaben der Polizei bis zu 20 Kilometer lange Staus vor allem wegen liegengebliebener Lkw. Der Zugverkehr wurde nur geringfügig gestört. Behinderungen meldeten die Flughäfen.
Der Frankfurter Flughafen wurde am späten Montagabend wegen Schneeglätte auf den Start- und Landebahnen komplett geschlossen. Ein Sprecher des Betreibers Fraport sagte in der Nacht, die Räumfahrzeuge seien unterwegs, Bremstests jedoch negativ ausgefallen. Bereits tagsüber waren an Deutschlands größtem Flughafen zahlreiche Starts und Landungen gestrichen worden.
Am Düsseldorfer Flughafen lief nach dem Chaos am Sonntag am Montagmorgen der Betrieb wieder an. Einige Flüge mussten gestrichen werden, ansonsten gab es nur geringfügige Verspätungen, wie ein Flughafensprecher sagte. Am Münchner Flughafen waren 20 Flüge wetterbedingt mehr als eine halbe Stunde verspätet. Starts mussten nicht annulliert werden. Mehrere Flüge nach München von anderen Flughäfen wurden allerdings gestrichen. Zu Behinderungen kam es auch auf den sächsischen Flughäfen. In Dresden musste eine Verbindung nach München gestrichen werden, einige Flüge waren verspätet.
Auch im Zugverkehr kam es in einigen Regionen noch zu Behinderungen. In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen fielen nach Bahnangaben vereinzelt Züge aus. In Nordrhein-Westfalen lief alles wieder weitgehend nach Plan.
Weiter in Geduld üben mussten sich hingegen vielerorts die Autofahrer. So war es beispielsweise in Nordrhein-Westfalen in der Nacht durch querstehende Lkw zu Staus von bis zu 20 Kilometern Länge gekommen. Am Morgen waren die Autobahnen zwar weitgehend geräumt, auf Landstraßen und in kleineren Ortschaften behinderte der Schnee aber immer noch die Verkehrsteilnehmer.
Kälte strapazierte zahlreiche Heizungsanlagen und Wasserleitungen
In Oberfranken in Bayern gab es etwa 35 Verkehrsunfälle, in der südlichen Oberpfalz wurden circa 20 Unfälle gezählt. In Teuschnitz im Kreis Kronach kam es zu einem Unfall, als ein 41-jähriger Autofahrer bei starkem Schneetreiben einen 66 Jahre alten Fußgänger zu spät sah und mit seinem Fahrzeug erfasste. Der Fußgänger erlitt bei dem Unfall schwere Kopfverletzungen.
In Neustadt bei Coburg kam ein 18-jähriger Autofahrer bei Schneeglätte und zu hohem Tempo von der Fahrbahn ab und stieß frontal gegen einen gleichaltrigen Fußgänger. Dieser wurde über eine Betonpalisade auf eine Wiese geschleudert und brach sich ein Bein.
In Niedersachsen kippten im Schneetreiben mehrere Lastwagen um. Die tiefen Temperaturen setzten zudem zahlreichen Heizungsanlagen und Wasserleitungen zu. Alleine in Hannover rückte die Feuerwehr 31-mal aus, um Wasserschäden zu beseitigen.
Auch in Baden-Württemberg kam es zu Unfällen und Staus. Jedoch sei die Zahl der Vorfälle im Vergleich zum Wochenende stark zurückgegangen, sagte ein Sprecher des Katastrophenlagezentrums im Innenministerium. In Mecklenburg-Vorpommern war wie schon in den vergangenen Tagen vor allem der Westteil von Schnee und Glätte betroffen. Laut Polizei ereigneten sich dort 30 witterungsbedingte Unfälle mit insgesamt vier Verletzten.
jjc/dpa
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