Auf hoher See Zwei Frachtschiffe nordwestlich von Borkum kollidiert

Rund 25 Kilometer vor der Nordsee-Insel Borkum sind am Donnerstagabend zwei Frachter ineinandergekracht und haben sich verkeilt. Verletzt wurde niemand. Ein Expertenteam ist auf hoher See im Einsatz.

Kollidierte Schiffe vor Borkum
Havariekommando/DPA

Kollidierte Schiffe vor Borkum


Vor Borkum sind am Donnerstagabend zwei Frachtschiffe kollidiert. Sie hätten sich gegen 21.30 Uhr aus bislang unbekannter Ursache rund 25 Kilometer nordwestlich vor der Nordseeinsel ineinander verkeilt, erklärte eine Sprecherin des Havariekommandos in Cuxhaven am Freitag in einer Mitteilung.

Das eine Schiff ("Paksoy 1") war mit einer Besatzung von 16 Menschen unterwegs, rund 115 Meter lang und unter türkischer Flagge gefahren. Auf dem anderen, 82 Meter langen und unter niederländischer Flagge fahrenden Schiff ("EEMS Cobalt") waren fünf Menschen an Bord. Bei dem Unfall wurde niemand verletzt. Gefahrenstoffe hatten die Frachter nicht geladen. Ein Ölüberwachungsflugzeug stellte zudem bei einem Flug über den Unfallort fest, dass keine Schadstoffe ausgetreten waren.

Auf der Steuerbordseite der "EEMS Cobalt" drang bis in die Nacht noch Wasser durch ein Leck ein. Zur Unterstützung der Besatzung wurde ein Expertenteam aus erfahrenen Seeleuten mit an Bord des Schiffes geschickt. Zudem waren auch ein Boot der Bundespolizei sowie ein Seenotrettungskreuzer und ein Hochsee-Bergungsschlepper vor Ort. Luft- und Seeraum waren bis in die Nacht rund drei Seemeilen um den Einsatzort gesperrt.

aar/dpa

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insgesamt 10 Beiträge
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Seite 1
njotha 16.11.2018
1. genial
das Archivbild "Nordsee bei Borkum" ist das Beste an ganzen Artikel, einfach nur genial. Diese Dynamik, fein gezeichneten Details und Dramatik, unglaublich! Irgendwann kriege ich auch bestimmt noch raus, wo oben und unten sein soll, ganz bestimmt! Wird es für die Wahl zum Pressefoto des Jahres, Abteilung "Dramen und Schicksale des Lebens / Dokumentation" eingereicht werden?
seamanslife 16.11.2018
2. Wie kann das passieren unter den Augen der dt. Radar Überwachung???
Schuld haben beide, der Holländer ist verpflichtet nach Steuerbord Kurs zu ändern und Raum zu geben. Der Türke darf nicht auf sein Wegerecht bestehen und hat mit dem Manöver des letzten Augenblicks die Kollision verhindern. Das nennt man menschliches VERSAGEN. Sollte der Wulstbug bis in den Laderaum des Kümos durchmarschiert sein, ist das Kümo zum Untergang verurteilt. Diese Schiffe haben nur einen durchgehenden Laderaum ohne Schotten.
Nachtsegler 16.11.2018
3. Es ist nicht zu fassen!
Radar, AIS (ein automatisches Kollisionsverhinderungsfunkgerät, welches alle relevanten Daten eines anderen Schiffes empfängt und die des eigenen Schiffes aussendet), alle nur denkbaren Navigationshilfen sind auf Profischiffen Standard. Sogar Freizeitskipper haben solche Hilfsmittel heutzutage ebenfalls meist an Bord. Selbst wenn der Wachhabende auf der Brücke pennt, schlagen Radar über die MARPA -Funktion (schlägt Alarm, wenn ein anderes Schiff bzw. Radarziel zu nahe kommt) und AIS bei der Gefahr eines Zusammenstoßes selbsttätig Alarm und heischen um Aufmerksamkeit. Aber warum sollen Frachtschiffe nicht hinbekommen, was sogar ein norwegisches Kriegsschiff schafft...………..
Braveheart Jr. 16.11.2018
4. Ein Vorteil der ...
... weltumspannenden Berichterstattung ist, daß man jede Pleite und Panne mitkriegt. Tanker rammt Kriegsschiff (Fregatte Ingstadt), Frachter rammt anderen Frachter, und wenn gerade kein anderes Schiff in der Nähe ist rammt eben ein Passagierschiff den Felsen (dabei schreckt es auch nicht vor gewagten Manövern zurück). Können wir bitte wieder zu Segelschiffen zurückkehren, da waren die Ausreden ("... der Wind hat plötzlich gedreht!" sehr viel glaubwürdiger. Und ökologischer ist es allemal.
dirkcoe 16.11.2018
5. Im Zeitalter
von Radar auf jeder Yacht eines Hobbyskippers ist das schwer verständlich.
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