Vorstoß in China Forscherteam startet Suche nach dem Yeti

China sucht nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua Personal für eine internationale Suchexpedition. Deren Ziel: den Yeti zu finden. Die Planer rechnen mit Kosten in Höhe von 1,5 Millionen Dollar - und werben um Unterstützer.

Dieses Bild von 1977 zeigt angeblich den mysteriösen Bigfoot in den Bergen Kaliforniens
AP

Dieses Bild von 1977 zeigt angeblich den mysteriösen Bigfoot in den Bergen Kaliforniens


Hamburg - Das haarige Wesen, das in den Bergen haust, hat viele Namen. In China nennen sie es "Yeren" oder den "Wilden Mann", in den USA heißt es "Sasquatch" oder "Bigfoot", hierzulande ist es als "Yeti" bekannt. Man könnte meinen, es sei hinlänglich bekannt, dass es das Wesen nur in der Mythologie gibt. Schließlich gibt es bislang keinen stichhaltigen Beweis für seine Existenz. Nur ein paar Augenzeugenberichte und verwaschene Fotos.

Eine Forschergruppe aus China will nun den Beweis erbringen, dass der Yeti existiert. Derzeit suchen Wissenschaftler laut CNN in der chinesischen Provinz Hubei nach geeignetem Personal für eine Expedition in die Berge der Waldregion Shennongjia. Die Anforderungen: Geduld, Fitness, Basiswissen in Biologie, fotografische Grundkenntnisse. So referiert es der US-Sender unter Berufung auf die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua auf seiner Website. Die Bewerber sollten idealerweise zwischen 25 und 40 Jahren alt sein.

"Am allerwichtigsten ist, dass wir Teammitglieder finden, die von der Sache überzeugt sind, denn wir haben eine Menge harter Arbeit vor uns", zitiert CNN Luo Baosheng. Er ist Vizepräsident der Forschungsgesellschaft "Wilder Mann" in Hubei. Rund hundert Mitstreiter sollen demnach an der Aktion beteiligt werden.

Doch noch fehlt es nicht nur an Personal, sondern auch an Geld. Nach Angaben des Archäologen Wang Shancai, der an dem Projekt beteiligt ist und normalerweise am Institut für Kulturrelikte und Archäologie der Provinz Hubei beschäftigt ist, kostet die Expedition umgerechnet etwa 1,5 Millionen Dollar. Die Organisatoren seien noch auf der Suche nach Geldgebern bei Unternehmen und Institutionen.

Dafür müssen die ambitionierten Forscher aber wohl noch Überzeugungsarbeit leisten. In China wurde die letzte systematische Suche nach dem Yeti vor fast 30 Jahren ergebnislos eingestellt. In der Waldregion, die nun untersucht werden soll, wurden im Laufe der Zeit 400 Sichtungen des mysteriösen Wesens registriert. Demnach ist die Kreatur größer als ein Mensch, geht aufrecht und ist von Kopf bis Fuß mit Haaren bedeckt.

Anfang der Siebziger widmeten sich dann zum ersten Mal chinesische Wissenschaftler dem Phänomen. Es wurden Haare, Exkremente, Fußabdrücke und ein Schlafplatz gefunden, die angeblich dem Yeti zuzuordnen sind - das jedenfalls behaupten diejenigen, die die Fundstücke untersucht haben wollen. Anfang der achtziger Jahre startete laut Xinhua die vorerst letzte Expedition. Gefunden haben die Forscher nichts. Doch das kann einen wahrhaft Überzeugten wohl nicht von einem weiteren Versuch abhalten.

Und in den Bergen von Kalifornien suchen schließlich Bigfoot-Fans seit den fünfziger Jahren nach der behaarten Kreatur. Die Bigfoot Field Researchers Organization hält sich laut CNN für den ältesten und größten Zusammenschluss dieser Art weltweit. Es klingt stolz.

ffr

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