Ontake in Japan Hunderte Wanderer sitzen nach Vulkanausbruch fest

Der Vulkan Ontake westlich von Tokio ist überraschend ausgebrochen. Mindestens acht Menschen wurden verletzt, rund 250 Wanderer hängen noch am Berg fest. Ministerpräsident Abe hat das Militär alarmiert.


Tokio - Ein Vulkanausbruch in Japan hat am Samstag mindestens acht Wanderer verletzt. Etwa 250 Wanderer und andere Ausflügler sollen sich nach Angaben der Polizei am Gipfel des 3067 Meter hohen Ontake aufgehalten haben, als der zwischen den Zentralprovinzen Nagano und Gifu gelegene Vulkan gegen Mittag plötzlich ausbrach.

Gewaltige Rauchwolken stiegen in den blauen Himmel, Lava war auf Fernsehbildern aber nicht zu erkennen. Flugzeuge mussten wegen der Aschewolke ihre Route ändern. Der Betrieb am Flughafen von Tokio läuft nach Angaben des Betreibers und der Japan Airlines aber normal.

"Das hörte sich an wie Donner. Es machte Bumm, Bumm, und dann war alles dunkel", sagte eine Frau dem TV-Sender NHK. "Es gab ein Geräusch wie bei einem Donner, und der Himmel verdunkelte sich durch den Rauch", schilderte der Betreiber einer nahen Berghütte das Geschehen der Nachrichtenagentur Kyodo. Die Gegend rund 200 Kilometer westlich von Tokio sei mit einer 15 Zentimeter hohen Aschedecke überzogen.

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Ontake in Japan: Wanderer von Vulkanausbruch überrascht

Einer der Wanderer zog sich örtlichen Medienberichten zufolge einen Knochenbruch zu. Sieben weitere Personen seien leicht verletzt worden. Ein Augenzeuge habe geschildert, wie mehrere Menschen auf einer Straße nahe des Gipfels am Boden liegen.

Zutrittsverbot für Wandergebiet

Die nationale Meteorologische Behörde warnte die Bewohner im Umkreis von vier Kilometern vor umherfliegenden Gesteinsbrocken. Es könne zu weiteren Eruptionen kommen. Die von dem Vulkan herabquellende Rauchwolke war mehr als drei Kilometer lang. Für das Gebiet verhängte die Behörde ein Zutrittsverbot.

Ministerpräsident Shinzo Abe wies das Militär an, bei den Rettungsmaßnahmen zu helfen. Die Polizei von Nagano schickte ein Team von 80 Personen zu dem Berg, um den Wanderern nach unten zu helfen. Die Krankenhäuser in der Umgebung stellten sich auf viele Verletzte ein.

Der Ausbruch halte weiter an, hieß es. Es gebe keine Anzeichen, dass die Aschewolke schwächer werde und abziehe. Zuvor war es am Ontake 1979 zu einem größeren Ausbruch gekommen. Mehr als 200.000 Tonnen Asche hatte der Vulkan damals gespuckt, berichtete Kyodo. Eine weitere kleinere Eruption ereignete sich 1991, gefolgt von mehreren vulkanischen Beben im Jahr 2007.

Die Region ist ein beliebtes Wandergebiet. Vor allem im Herbst kämen viele Besucher, sagte der Betreiber einer Wanderhütte

abl/Reuters/dpa



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insgesamt 4 Beiträge
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Gottloser 27.09.2014
1. Die Aschewolke dürfte kein Problem mehr darstellen
Laut dem Tokyoter Volcanic Ash Advisory Center (VAAC) ist für den Flugverkehr nicht mehr mit einer Gefahr zu rechnen. Allerdings herrscht auf dem Vulkan schlechte Sicht wegen meteorologischen Wolken. Hier eine webcam: http://www.data.jma.go.jp/svd/volcam/data/volc_img.php
Schim Panse 27.09.2014
2.
Deshalb fahr ich nicht mehr in die Eifel.
rossdorn 28.09.2014
3. So geht das ganz ohne Journalisten....
In allen Medien wird dasselbe zitiert, keiner recherchiert, keiner schreibt selber... Der Ontake ist nördlich von Tokyo, nicht westlich... aber wen interessieren heute schon noch Fakten, gell?
yomitai 28.09.2014
4. Was soll das Journalistenbashing?
Der Ontake-san befindet sich westlich vonTokyo. (...und nördlich von Nagoya)
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