Waldbrände auf Kanaren: Tausende Menschen fliehen vor den Flammen
Die Rettungskräfte auf den Kanaren sind pausenlos im Einsatz: Verheerende Waldbrände bedrohen Dörfer und Siedlungen auf La Gomera und Teneriffa. Mehr als 4700 Menschen mussten bereits ihre Häuser verlassen.
Madrid - Die Feuerwehr habe große Schwierigkeiten, die Brände auf La Gomera und Teneriffa einzudämmen, sagte der regionale Wirtschaftsminister Javier Gonzalez Ortiz. Die Feuer würden durch die hohen Temperaturen, die Trockenheit und den Wind angefacht. Mehr als 4700 Menschen wurden von den Behörden vor den Flammen in Sicherheit gebracht.
Spanien leidet unter einer extremen Trockenheit, in den ersten sieben Monaten dieses Jahres wurden über 130.000 Hektar Land von den Flammen zerstört. Nach dem trockensten Winter seit 70 Jahren hat das Feuer in Spaniens Wäldern leichtes Spiel.
Auf La Gomera brach am Wochenende erneut ein Waldbrand aus, den die Feuerwehr zuvor unter Kontrolle gebracht hatte. Auf der Insel fielen seit Wochenanfang nach Angaben der Zeitung "El Mundo" 3100 Hektar Land den Flammen zum Opfer.
"Wir gehen durch die Hölle"
Das Feuer zerstörte auch Teile des Nationalparks von Garajonay, der 1986 zum Weltnaturerbe der Unesco erklärt wurde. Der Park beherbergt Lorbeerwälder "von unschätzbarem ökologischen Wert", wie eine Sprecherin der örtlichen Landwirtschaftsbehörde sagte. Einige der bewaldeten Areale - ein artenreiches Urwaldgebiet mit üppiger Vegetation - gebe es bereits seit elf Millionen Jahren.
Hohe Temperaturen und heftiger Wind behinderten die Löscharbeiten. "Wir gehen durch die Hölle", sagte der Regierungschef von La Gomera, Casimimo Curbelo. Nach Angaben von "El Mundo" waren sechs Hubschrauber und drei Löschflugzeuge im Einsatz, um das Ausbreiten der Brände zu verhindern.
Auch auf Teneriffa wüteten Waldbrände, sie zerstörten 300 Hektar Wald in der Gegend von Santiago del Teide. Laut BBC wurden auf der Insel Straßenverbindungen und Stromleitungen unterbrochen. Landesweit meldeten Regionalregierungen zehn Waldbrände. Mehr als 700 Kräfte der Notfalleinheit der Streitkräfte unterstützten die Feuerwehr bei den Löscharbeiten.
Vorerst Entspannung auf Chalkidiki
In Griechenland konnten die Behörden dagegen Entwarnung geben: Starke Regenfälle löschten in der Nacht zum Sonntag weitgehend den gefährlichen Waldbrand auf der Halbinsel Chalkidiki.
Feuerwehr und Löschflugzeuge bleiben jedoch in höchster Alarmbereitschaft, hieß es. Der Brand tobte seit vier Tagen in der Klosterregion Berg Athos auf der östlichen Landzunge der nordgriechischen Halbinsel Chalkidiki. Nach mehreren Tagen mit Temperaturen über 40 Grad zeigten die Thermometer in Griechenland am Sonntag angenehme 32 Grad.
heb/dapd/dpa
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH
- Sonntag, 12.08.2012 – 14:47 Uhr
- Drucken Versenden
- Nutzungsrechte Feedback
- Kommentieren | 1 Kommentar
Bevölkerung: 46,196 Mio.
Fläche: 505.988 km²
Hauptstadt: Madrid
Staatsoberhaupt: König Juan Carlos I.
Regierungschef: Mariano Rajoy
Mehr auf der Themenseite | Wikipedia | Lexikon | Spanien-Reiseseite
- Kanaren-Insel: Brände verwüsten Lorbeerwälder von La Gomera (07.08.2012)
- Spanien: Vier Menschen sterben bei Waldbränden (23.07.2012)
- Südeuropa: Deutsche Urlauber kaum von Bränden betroffen (18.07.2012)
MEHR AUS DEM RESSORT PANORAMA
-
Chai Time
Lebe lieber ungewöhnlich - Korrespondent Hasnain Kazim beschreibt die Kuriositäten des Alltags in Südasien. -
kurz & krass
Heute schon gestaunt? Die skurrilsten Kurzmeldungen der Woche -
Wetter
So wird's: Prognosen und Warnungen, Biowetter, Radar- und Satellitenbilder -
Justiz
Alles, was Recht ist: Gisela Friedrichsen berichtet aus dem Gericht -
Katastrophen
Vergessene Krisen: Reporter berichten aus aller Welt über die Folgen dramatischer Ereignisse

Möchten Sie ein anderes Land erkunden?