Waldbrände in Kalifornien "Es ist die reine Zerstörung"

Bei den Waldbränden im Norden Kaliforniens sind mittlerweile mindestens 21 Menschen ums Leben gekommen - darunter ein seit 75 Jahren verheiratetes Ehepaar. In Santa Rosa wurde eine Ausgangssperre verhängt.

Santa Rosa, Kalifornien
AP/The Sacramento Bee

Santa Rosa, Kalifornien


Die Zahl der Toten bei den Wald- und Buschbränden im Norden Kaliforniens hat sich auf mindestens 21 erhöht. Dies gaben die Behörden des Bundesstaates bekannt.

Darunter befand sich auch ein seit 75 Jahren verheiratetes Paar aus Napa County. Laut Nachrichtenagentur AP handelte es sich um einen 100 Jahre alten Mann und seine 98 Jahre alte Frau. Der Sohn des Ehepaares habe die beiden Toten in ihrem Haus entdeckt.

"Sie lebten ein langes Leben. Es war ein großartiges Leben, und sie waren glücklich bis zur letzten Minute", sagte Mike Rippey über seine Eltern. Sie seien zusammen gestorben und hätten niemals einander allein lassen wollen. "So war es für uns alle fast unmöglich, uns vorzustellen, dass einer von ihnen eher stirbt."

Dutzende Menschen wurden bei den Bränden verletzt, etwa 150 Personen gelten als vermisst. Rund 20.000 Menschen wurden in Sicherheit gebracht. Mehr als 90.000 Haushalte waren vorübergehend ohne Strom.

Tausende Helfer im Einsatz

Bei starken Winden und Trockenheit hatten sich seit Sonntag mehr als ein Dutzend Brände ausgebreitet. Feuerwehrchef Ken Pimlott bezifferte die Zahl der aktiven Feuer auf 15. Betroffen ist derzeit eine Fläche von rund 680 Quadratkilometern, also fast so groß wie Hamburg. Weit mehr als 3500 Gebäude sind abgebrannt. "Es ist die reine Zerstörung", sagte Pimlott. Gut 46.000 Hektar Land wurden bereits vernichtet. Besonders stark sind einige Weinanbaugebiete betroffen.

Mehr als 8000 Feuerwehrleute kämpfen in der Region nördlich der Metropole San Francisco gegen die Flammen. Dazu kommen nach Angaben von CNN etwa 4000 Ersthelfer, Freiwillige und Militärs. In Santa Rosa wurde eine Ausgangssperre verhängt, um Plünderungen zu verhindern. In der Stadt brannten mehrere Wohngebiete ab.

US-Präsident Donald Trump sagte, die Regierung sei an der Seite der Kalifornier. Die Brände hätten eine furchtbare Tragödie verursacht. "Die Menschen haben mein größtes Mitgefühl. Sie machen eine Menge durch."

Große Hoffnung auf eine Besserung der Lage besteht offenbar nicht. Für Mittwoch wurde erneut starker Wind vorhergesagt, der mit heftigen Böen die Brände weiter anfachen könnte.

wit/dpa/AP/Reuters



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