Waldbrände Spanische Polizei fasst vier Verdächtige

Die Waldbrände in Spanien sind noch immer außer Kontrolle, drei Menschen kamen ums Leben. Die Polizei hat nun vier Männer festgenommen, die das Feuer gelegt haben sollen. Auch in Portugal kämpfen seit Tagen Hunderte Feuerwehrleute gegen die Flammen.


Madrid/Lissabon - In Portugal kämpfen die Feuerwehrmänner gegen sieben große Waldbrände an. In Valongo nahe der nordportugiesischen Stadt Porto fachten Winde ein gestern ausgebrochenes Feuer weiter an, wie das nationale Zivilschutzamt heute berichtete. An den drei Fronten des Brandes waren rund 330 Feuerwehrmänner im Einsatz. Einen weiteren Brand im Gebirgszug Ossa im südlichen Bezirk Evora konnten die mehr als 200 Helfer vor Ort bis zum Morgen nahezu unter Kontrolle bringen. Weitere Brände wurden aus den nördlichen Bezirken Braga, Braganca, Porto und Viana do Castelo gemeldet.

Landes-Feuerwehrchef Gils Martins forderte die Bevölkerung zu erhöhter Wachsamkeit auf. 98 Prozent der Brände würden von Menschen verursacht. In Portugal wurden bereits 17 mutmaßliche Brandstifter festgenommen.

Dutzende Feuer in Galicien

Im nordspanischen Galicien wurden rund 4700 Feuerwehrmänner und Freiwillige mobilisiert. Sie sollen 98 Brände bekämpfen, von denen gestern Abend noch 61 außer Kontrolle waren. Heftige Windböen erschwerten die Löscharbeiten. Ein Brand im galicischen Cerdedo, bei dem bislang drei Menschen ums Leben kamen und mehr als 3000 Hektar Land zerstört wurden, konnte noch nicht gelöscht werden. Die Polizei nahm nach Angaben der örtlichen Behörden den mutmaßlichen Verursacher des Feuers, einen 24-jährigen Mann, fest, ebenso drei weitere Männer.

Staatsanwalt Alvaro Garcia Ortiz erklärte, in Galicien komme es durchschnittlich zu 12.000 Bränden pro Jahr. Neun von zehn seien von Brandstiftern gelegt worden. Sie wollten auf diese Weise Platz für Bauland oder Weiden schaffen, sagte Ortiz.

Die Umweltorganisation WWF forderte eine konsequentere strafrechtliche Bekämpfung von Brandstiftung. "Polizei, Justiz und letztlich die Bevölkerung müssen das Bewusstsein dafür entwickeln, dass es sich bei Brandstiftung um ein Verbrechen handelt", erklärte der Leiter des Forstprogramms bei WWF Spanien, Félix Romero. Auch seiner Einschätzung nach lassen sich mehr als 80 Prozent der Feuer auf vorsätzliche Brandstiftung zurückführen. Schon jetzt belaufe sich die Schadenssumme der diesjährigen Waldbrände in Spanien auf rund 500 Millionen Euro; etwa 42.000 Hektar Wald seien zerstört worden.

ffr/AP/AFP



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