Waldbrand auf Mallorca Griller löste vermutlich Feuer aus

Leichtsinnig entsorgte Grillkohle hat offenbar einen der schlimmsten Waldbrände in Mallorcas Geschichte verursacht. Die Polizei nahm einen 44-Jährigen fest. Der Tatverdächtige soll die noch glühende Kohle weggeworfen haben. "Es tut mir sehr leid", sagt der Mann.

Einsatzkräfte auf Mallorca: Feuer weitgehend unter Kontrolle
DPA/EMERGENCY MILITARY UNIT

Einsatzkräfte auf Mallorca: Feuer weitgehend unter Kontrolle


Palma - Rund 2000 Hektar Kiefern- und Steineichenwald sind zerstört, aber immerhin kommen die Löscharbeiten auf Mallorca voran: Einer der schlimmsten Waldbrände in der Geschichte der Insel ist größtenteils unter Kontrolle. Man habe die Ausbreitung des Feuers weitgehend gestoppt, teilte die Regionalregierung der Balearen mit.

Ursache des Brandes ist offenbar eine Grillparty. Ein Mann wurde von der Polizei als mutmaßlicher Verursacher des im Westen der spanischen Urlaubsinsel wütenden Feuers gefasst. Der 44-Jährige sei am Montagabend festgenommen worden, teilte die Guardia Civil in Palma mit. Er soll in der Gemeinde Andratx noch glühende Grillkohle unachtsam entsorgt haben. Die Zeitung "Ultima hora" zitierte ihn mit den Worten: "Ich bin am Boden zerstört (...) Es tut mir sehr leid."

Das Feuer war am Freitag ausgebrochen. Die Behörden hoffen, die Flammen auch dank des sich abschwächenden Windes spätestens Mittwoch völlig unter Kontrolle zu bringen. 800 Angehörige der Feuerwehr, des Zivilschutzes und der Militärischen Nothilfeeinheit UME sind im Einsatz, unterstützt von 28 Flugzeugen und Hubschraubern.

"Fahrlässigkeit hat eine Tragödie ausgelöst", sagte der regionale Regierungschef José Ramón Bauzá. Er hoffe, dass die Justiz den oder die Schuldigen hart bestrafen werde.

Meldungen über Verletze gab es nicht, auch an Häusern soll kein Schaden entstanden sein. Der Brand hatte aber zeitweilig Panik ausgelöst. Mehr als 800 Einwohner und Touristen waren vor den Flammen und der starken Rauchentwicklung in Sicherheit gebracht worden. Am Sonntag war unter anderem die Gemeinde Estellencs evakuiert worden. Hier durften viele am Montagabend in ihre Häuser und Hotels zurückkehren.

ulz/dpa



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