Waldbrand in Portugal Dörfer von Flammen eingekesselt - viele Tote

Nordöstlich von Lissabon wüten die verheerendsten Waldbrände seit einem halben Jahrhundert. Die Behörden sprechen von mehr als 40 Toten - viele Opfer wurden offenbar in ihren Autos von den Flammen eingeschlossen.

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Bei Waldbränden in Portugal sind mindestens 43 Menschen ums Leben gekommen. Er sei schockiert vom "Ausmaß der Tragödie" im Kreis Pedrógão Grande, knapp 200 Kilometer nordöstlich von Lissabon, sagte Ministerpräsident António Costa.

Es gebe einige Dörfer, die "von den Flammen völlig eingekesselt" seien, sagte der Bürgermeister von Pedrógão Grande, Valdemar Alves. Nach Angaben des portugiesischen Innenministeriums waren 16 der später tot geborgenen Menschen mit ihren Fahrzeugen unterwegs, als sie von den Flammen eingeschlossen wurden. Drei der Opfer seien nach ersten Erkenntnissen in der Nähe eines Friedhofes an Rauchvergiftungen gestorben. Mindestens zwei Personen würden vermisst.

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Waldbrand: Inferno in Zentralportugal

Einen ähnlich schlimmen Waldbrand - was die Opferzahl betrifft - hatte es in Portugal zuletzt vor einem halben Jahrhundert gegeben. 1966 starben bei einem siebentägigen Feuer in Sintra in der Nähe von Lissabon 25 Menschen, allesamt Angehörige des Militärs.

Das Feuer in der dünn besiedelten Region von Pedrógão Grande war am Samstagnachmittag aus noch unbekannten Gründen ausgebrochen. Bürgermeister Alves sagte, er sei überzeugt, dass es sich um Brandstiftung handele.

21 Verletzte, darunter sechs Feuerwehrmänner, wurden nach amtlichen Angaben in Krankenhäuser gebracht. In einigen Gebieten fiel der Strom aus. Feuerwehrfahrzeuge wurden von den Flammen zerstört, mehrere Familien mussten ihre Häuser verlassen.

Das Feuer sei an vier Fronten aktiv und werde von rund 750 Feuerwehrmännern mit rund 200 Einsatzfahrzeugen und zwei Flugzeugen bekämpft, teilte der Zivilschutz mit. Die Flammen griffen auf die Nachbarkreise Figueiró dos Vinhos, Castanheira de Pera und Góis über. Starke Winde erschwerten die Löscharbeiten, hieß es. Spanien kündigte die Entsendung von zwei Canadair-Löschflugzeugen an. Außerdem rückte noch in der Nacht Verstärkung aus verschiedenen Teilen des Landes an.

Das Feuer in Pedrógão Grande war allerdings nicht das einzige, das die Feuerwehr Portugals am Wochenende auf Trab hielt. Nach Mitteilung des Zivilschutzes gab es unter anderem auch aufgrund einer Hitzewelle mit Temperaturen von über 35 Grad insgesamt elf Waldbrände, die von mehr als 1500 Einsatzkräften bekämpft wurden.

Der Kreis Pedrógão Grande hat auf 128 Quadratkilometer Fläche lediglich rund 4000 Einwohner, die sich in erster Linie der Land-, aber auch der Textilwirtschaft widmen. Die nahezu unberührte Natur mit Lagunen und Stauseen zieht seit Jahren immer mehr Wanderer und Wassersportler an.

beb/dpa/AFP



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